Laufer Fritz

Fritz Laufer

*5.2.1918 in Wien; ✡ 9.4.1945 in Gusen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Carl Laufer *3.9.1880 in Wien; ✡?

Heirat der Eltern 28.5.1811 in Wien

Mutter Regine Weiss *14.4.1880 in Nitra; ✡1.3.1961

Geschwister

Edith Laufer *16.2.1912 in Wien; ✡ ?; Karl Neumann

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär; Techniker

Adressen Wien; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen);

Heirat 18.12.1940 Franziska Schick *30.4.1921 in Wien ; ✡18.10.1944 in Auschwitz

Kinder

Gert Laufer *5.5.1941 in Westerbork; ✡18.10.1944 in Auschwitz

Edith „Lotti“ Laufer *21.10.1942 in Westerbork; ✡18.10.1944 in Auschwitz

Weiterer Lebensweg

Fritz Laufer Student der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Wien

„Anschluss“ Österreichs 1938

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

10.5.1938 Fritz Laufer stellt einen Antrag für die Familie bei der Israel. Kultusgemeinde Wien zur Unterstützung der Ausreise nach Südafrika, Amerika, Australien

Hachschara

1938 Fritz Laufer zur Hachschara als „Landwirt“ nach Augsburg, Beth Chaluz in der Armenhausgasse B 121 a(21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung

Novemberpogrom

10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Fritz Laufer, Hans Bandmann, Ernst Goldstein, Erich Studinski, insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau;

11.11.1938 Fritz Laufer ins KL Dachau, Häftlingsnummer 21201

8.12.1938 Entlassung der Augsburger Chaluzim aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

11.1.1939 Passausstellung für Fritz Laufer in Augsburg

13.2.1939 Erneuter Antrag bei der Isr- Kultusgemeinde Wien zur Unterstützung der Ausreise zur Hachschara nach Holland

15.2.1939 Es werden 85 RM für die Reise bewilligt

Werkdorp Nieuwe Sluis

13.2.1939 Hans Bandmann aus Augsburg kommend zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

8.3.1939 Fritz Laufer zur Hachschara ins Joodse Werkdorp

21.4.1939 Franziska Schick zur Hachschara ins Joodse Werkdorp

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

14.1.1941 Fritz Laufer offiziell abgemeldet

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

Kamp Westerbork

Das Ehepaar Laufer muss bereits vor 1941 in das Kamp Westerbork gegangen sein, da sie als „Oude kampbewooners“ geführt werden

5.5.1941 Geburt von Gert Laufer in Westerbork

21.10.1942 Franziska Laufer im polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

21.10.1942 Geburt von Tochter Edith in Westerbork

5.8.1943 Laufer ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork; Familien-Baracke 12

Anfang September 1944 gingen die letzten drei Transporte aus Westerbork ab. Der erste nach Auschwitz, der zweite nach Theresienstadt, der dritte nach Bergen-Belsen. Aufzeichnungen und Kartotheken wurden vernichtet. Im letzten Transport befanden sich viele Judenratsmitglieder mit ihren Familien und Angehörige der Kranken- und Versorgungsdienste aus Westerbork.

4.9.1944 von Westerbork nach Theresienstadt

29.9.1944 Fritz Laufer auf Transport E l von Theresienstadt nach Auschwitz

16.10.1944 Franziska Laufer folgt mit den Kindern Gerd und Edith auf Transport E o von Theresienstadt nach Auschwitz, vermutlich getäuscht von dem falschen Versprechen einer Familienzusammenführung im bereits nicht mehr existenten Familienlager von Auschwitz

Verlegung von Fritz Laufer von Auschwitz ins AL Golleschau

24.1.1945 Fritz Laufer vom AL Golleschau ins KL Sachsenhausen

13.2.1945 „Überstellung“ ins KL Mauthausen

9.4.1945 Tod von Fritz Laufer im KL Gusen bei Mauthausen

Gedenken

Quellen

http://www.joodsmonument.nl/en/page/656377/fritz-laufer

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130327712

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10692475

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1581722

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5053962

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130327711

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5053964

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5053958

Österreich, Mauthausen Sterbebuch

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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