Schick Franziska

Franziska Franzi Schick

*30.4.1921 in Wien; ✡18.10.1944 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Ernst Schick *30.8.1886 in Wien; ✡ 25.11.1941 in Kaunas

Heirat der Eltern in Wien

Mutter Regine Senz; ✡ ?

Geschwister ?

Beruf Verkäuferin

Adressen Wien, Stromstraße 81/87, Schreigasse 12; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen);

Heirat 18.12.1940 Fritz Laufer *5.2.1918 in Wien; ✡ 9.4.1945 in Gusen

Kinder

Gert Laufer *5.5.1941 in Westerbork; ✡18.10.1944 in Auschwitz

Edith „Lotti“ Laufer *21.10.1942 in Westerbork; ✡18.10.1944 in Auschwitz

Weiterer Lebensweg

Fritz Laufer Student der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Wien

„Anschluss“ Österreichs 1938

Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich

10.5.1938 Fritz Laufer stellt einen Antrag für die Familie bei der Isr- Kultusgemeinde Wien zur Unterstützung der Ausreise nach Südafrika, Amerika, Australien

Hachschara im Beth Chaluz Augsburg

6.11.1938 -17.1.1939 Franziska Schick im Beth Chaluz Augsburg

1938Fritz Laufer zur Hachschara als „Landwirt“ nach Augsburg, Beth Chaluz in der Armenhausgasse B 121 a  (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung

Novemberpogrom

10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Fritz Laufer, Hans Bandmann, Ernst Goldstein, Erich Studinski, insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau;

11.11.1938 Fritz Laufer ins KL Dachau, Häftlingsnummer 21201

8.12.1938 Entlassung der Augsburger Chaluzim aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

11.1.1939 Passausstellung für Fritz Laufer in Augsburg

16.1.1939 Passausstellung für Franziska Schick in Augsburg

April 1939 Antrag von Franziska Schick bei der Isr- Kultusgemeinde Wien zur Unterstützung der Ausreise zur Hachschara nach Holland

6.4.1939 Es werden 95 RM für die Reise Wien-Amsterdam bewilligt

Werkdorp Nieuwe Sluis

13.2.1939 Hans Bandmann aus Augsburg kommend zur Hachschara ins Werkdorp Wieringen

8.3.1939 Fritz Laufer zur Hachschara ins Joodse Werkdorp

21.4.1939 Franziska Schick zur Hachschara ins Joodse Werkdorp

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

18.12.1940 Heirat mit Fritz Laufer

14.1.1941 Franziska und Fritz Laufer offiziell aus dem Werkdorp abgemeldet

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

Kamp Westerbork

Das Ehepaar Laufer muss bereits vor 1941 in das Kamp Westerbork gegangen sein, da sie als „Oude kampbewooners“ geführt werden

5.5.1941 Geburt von Gert Laufer in Westerbork

21.10.1942 Franziska Laufer im polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork

21.10.1942 Geburt von Tochter Edith in Westerbork

5.8.1943 Laufer ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork; Familien-Baracke 12

Anfang September 1944 gingen die letzten drei Transporte aus Westerbork ab. Der erste nach Auschwitz, der zweite nach Theresienstadt, der dritte nach Bergen-Belsen. Aufzeichnungen und Kartotheken wurden vernichtet. Im letzten Transport befanden sich viele Judenratsmitglieder mit ihren Familien und Angehörige der Kranken- und Versorgungsdienste aus Westerbork.

4.9.1944 von Westerbork auf Transport XXIV/7 nach Theresienstadt

29.9.1944 Fritz Laufer auf Transport E l von Theresienstadt nach Auschwitz

16.10.1944 Franziska Laufer folgt mit den Kindern Gerd und Edith auf Transport E o von Theresienstadt nach Auschwitz; vermutlich getäuscht von dem Versprechen einer Familienzusammenführung im bereits nicht mehr existenten Familienlager von Auschwitz

24.1.1945 Fritz Laufer vom ALK Golleschau ins KL Sachsenhausen

13.2.1945 „Überstellung“ von Fritz Laufer ins KL Mauthausen

9.4.1945 Tod von Fritz Laufer im KL Gusen bei Mauthausen

Massenerschießung in Kaunas

1.9.1938 Vater Ernst in München, Königinstraße 49 bei Polenank

17.5.1939 Vater Ernst Schick in München bei der Minderheitenzählung

30.9.1941 Vater Ernst Schick ins Zwangsarbeitslager Milbertshofen in München

20.11.1941 Vater Ernst Schick auf dem Transport von München nach Kaunas;

23.11.1941 Ankunft in Kaunas, Einsperrung im Fort IX

29.11.1941 nach Ankunft der Juden aus Frankfurt/Main Massenerschießung zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und München; vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD wurden insgesamt 2934 Menschen im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

29.11.1941 Tod des Vaters Ernst Schick bei Massenerschießung in Fort IX in Kauen

Gedenken

Quellen

http://www.joodsmonument.nl/en/page/656377/fritz-laufer

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130327712

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10692475

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/1581722

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5053962

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130327711

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5053964

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5053958

Österreich, Mauthausen Sterbebuch

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de964857

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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