Lachmann Herbert

Herbert Lachmann

*23.4.1912 in Altenmuhr, Gunzenhausen; ✡ 25.11.1941 Kauen

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jakob Lachmann *18.8.1881 in Altenmuhr; ✡10.2.1942 in Riga Jungfernhof

Heirat der Eltern 30.11.1909 in Gunzenhausen

Mutter Klara Levy *15.3.1879 in Fischach; ✡ 1942 Izbica

Geschwister

Betty Lachmann *29.7.1913; ✡ 15.3.1915

Karola Lachmann *17.6.1916 in Altenmuhr; ✡ 1944 Stutthof

Beruf Kaufmann, Umschulung zum Gärtner

Adressen Altenmuhr, Gunzenhausen; München, Wagnerstraße 3, Siegesstraße 19, Hohenzollernstraße 4, Knorrstraße 148

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Das Lehrlingsheim und die Anlernwerkstatt in München

1.7.1928 Eröffnung des Hauses in der Wagnerstraße 3 mit schulentlassenen Jungen aus dem Kinderheim in der Antonienstraße 7 in Trägerschaft der Israelitischen Jugendhilfe e.V.

23.4.1934 Zuzug von Herbert Lachmann ins Lehrlingswohnheim Wagnerstraße 3; zeitweilig wohnt er auch in der Siegestraße 19

1.6.1936 Übergang in die Trägerschaft des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden

1.7.1937 Umzug in das größere Haus in der Hohenzollernstraße 4 mit 45 Wohnheimplätzen

August 1937 Eröffnung der Jüdischen Anlernwerkstatt in der aufgelassenen Hesselberg’schen Lederfabrik am Biederstein 7 für Schlosser, Elektriker und Schreiner; Leiter war der Diplom-Ingenieur Fritz Sänger

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung aller erwachsenen männlichen Bewohner des IKG Lehrlingsheim München, Hohenzollernstraße 4; Einweisung in das KL Dachau, Häftlingsnummer 19963

1.4.1939 Entlassung aus dem KL Dachau

Rückkehr ins Lehrlingsheim

17.5.1939 beide Eltern in Fürth, Maxstraße 42 bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Vater Jakob bereits in Stuttgart, Paulinenstraße 49  bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 Schwester Karola in Fürth, Hindenburgstraße 41 bei der Minderheitenzählung

Verlegung der Anlernwerkstatt

1939 Beschlagnahme der Fabrikgebäude Biederstein 7

Verlegung der Anlernwerkstatt in die ehemalige Synagoge der osteuropäischen Juden in der Reichenbachstraße 27

1941 Schließung der Anlernwerkstatt und des Lehrlingsheimes; die verbliebenen Jugendlichen werden im Kinderheim Antonienstraße untergebracht. Das Haus Hohenzollernstraße wird zum bis Ende 1942 als Altenheim genutzt.

4.9.1941 Herbert Lachmann eingewiesen zur Zwangsarbeit in der „Judensiedlung“ Milbertshofen, Barackenlager Knorrstraße 148

Massenerschießung im Fort IX in Kauen

20.11.1941 Deportation von Herbert Lachmann von München nach Kauen; Einsperrung im Fort IX

25.11.1941 Massenerschießung der 999 Juden aus München zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und Frankfurt, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.

Riga Jungfernhof

26.11.1941 Beginn der Internierung in den Ausstellungshallen auf dem Killesberg Stuttgart

1.12.1941 Transport des Vaters aus dem Jüdischen Zwangswohnheim Weißenstein und der Schwester Karola Lachmann vom Inneren Nordbahnhof Stuttgart nach Riga-Skirotawa

4.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Lager Jungfernhof

5.2.1942 1. Dünamünde Aktion im Ghetto Riga

10.2.1942 Tod des Vaters im Jungfernhof

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig; auf Kohleschiffen weiter nach Stutthof

1.10.1944 Ankunft von Schwester Karola im KL Stutthof

1944 Tod der Schwester in Stutthof

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429404

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10690955

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de907542

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en907531

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en907567

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en907553

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411201_Stuttgart49.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=lehrlingsheim

http://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=175

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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