Meyerson Hildegard

Hildegard Adelaide Meyerson

*28.9.1923 in Mannheim; ✡ Oktober 1944 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Georg Meyerson *17.12.1884 Schwerin; ✡ 10/1944 Auschwitz

Heirat der Eltern 10.10.1920 in Mannheim

Mutter Elsa Kander *16.2.1885 in Mannheim; ✡ 30.7.1931 in Hamburg

Stiefmutter Erna Gandzior *14.5.1892 Gleiwitz; ✡9.1.1944 Theresienstadt

Großeltern Heinrich und Agnes Meyerson, geb. Ehrenbaum

Onkel Oskar Ehrmann *8.4.1870 Heidelberg; ✡ 4.7.1932 Mannheim

Geschwister

Anneliese Meyerson *21.5.1922 in Mannheim; ✡24.10.1942 Theresienstadt

Beruf landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Mannheim, Lameystraße 13; Hamburg, Brahmsallee 25; Gehringshof, Hattenhof Nr. 36; Steckelsdorf; Hamburg, Johnsallee

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Vater Georg 50 % schwerkriegsbeschädigt als Soldat im 1. WK;

Preußische Verlustmeldung vom 16.9.1918

Erkrankung der Mutter Gebärmutterhalskrebs

15.2.1928 Umzug der Familie nach Hamburg

30.7.1931 Tod der Mutter im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Die Schwestern kommen ins Jüdische Mädchen-Waisenhaus Paulinenstift, Laufgraben 37; Besuch der Mädchenschule der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in der Carolinenstraße

4.7.1932 Tod des Onkels, dem Arzt Oskar Ehrmann; die Schwestern erben Wertpapiere von erheblichem Wert.

Jahrelange Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Vater und dem gesetzl. Vormund um das geerbte Vermögen der Schwestern

1.4.1937 Schwester Anneliese aus dem Paulinenstift entlassen, Anstellung auf einem Gut bei Horsten (Horster Grashaus) in Ostfriesland

1938 Anneliese vom Horster Grashaus entlassen, weil das Gut sich von allen jüdischen Angestellten trennen musste

Hilde Meyerson rechts, 1939 im Speisesaal des Paulinenstift

Hilde Meyerson bis 1939 im Paulinenstift; weiter Schulbesuch

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hilde Meyerson im Grindel, Rotherbaum Laufgraben 37

17.5.1939 Vater Georg und Schwester Anneliese in Hamburg Klosterallee 7

Das jüdische Umschulungslager Gehringshof

1939 Hilde Meyerson zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Gehringshof in Hattenhof bei Fulda; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD.

Die religiöse Kibbuz-Haddati-Bewegung betrieb ab 1924 den Hof in Betzenrod und ab 1926/27 in Rodges, dann erfolgte der Wechsel auf den Gehringshof; dieser wurde 1929 übernommen vom Bachad, ab April 1934 auch Kibbuz Hag Shamash

Die Ausbildung erfolgte auch auf den umliegenden Bauernhöfen. Neben dem Gehringshof bestanden in Hessen Hachscharalager in Grüsen, Külte bei Volkmarsen und Lohnberghütte bei Weilburg.

21.6.1941 reichsweite Mitteilung, dass die Hachscharalager im Sommer 1941 aufgelöst werden müssen; Umstrukturierung der großen Lager wie Neuendorf, Bielefeld, Paderborn in Arbeitseinsatzlager unter Kontrolle der örtlichen Behörden

2.1.1941 Vater Georg heiratet die Lehrerin Erna Gandzior

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Um­be­nen­nungen in „Jü­di­sches Arbeitseinsatzlager“ oder „Forst-und Ernte­ein­satz­lager“; der Einsatz erfolgte auf Weisung lokaler Behörden/Arbeitsämter.

Juli -September 1941 Auflösung der Hachscharalager  z.B von Ahrensdorf, Gut Winkel. Havelberg; Verlegungen in das Landwerk Neuendorf und Steckelsdorf oder in Westfalen die Arbeitseinsatzlager Paderborn und Bielefeld.

Die Auflösung des Gehringshofs erfolgte im Verlauf des Sommers 1941 auf Druck der Behörden. Die letzten Chaluzim zumeist Madrichim wurden am 5. Oktober 1941 abgemeldet

Das jüdische Umschulungslager Steckelsdorf-Ausbau

Hildegard Meyerson zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf-Ausbau bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger bis 1938 war der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi;

10.11.1938 Novemberpogrom in Steckelsdorf, am Abend wurde das Landwerk gestürmt und verwüstet. Alle männlichen Funktionsträger Alle männlichen Funktionsträger wie Betriebsleiter Werner Hoffbauer, Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald verhaftet ins Polizeigefängnis Magdeburg und später als „Schutzhäftlinge“ nach Buchenwald gebracht.

Jan 1939 Instandsetzung und Wiedereröffnung des Landwerk Steckelsdorf durch die RVJD

8.6.1941 Hildegard Meyerson abgemeldet zusammen mit Hannelore Adler, Emma Eiba,  Samuel Friedler, Lisa Kayser, Otto Liebenstein und Lilli Zatzkis (Mannheim) aus dem Gehringshof, Hattenhof ins Landwerk Steckelsdorf

Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg Gehringshof; Umwidmung der bestehenbleibenden als Arbeitslager; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Landwerk selbst arbeiten, die meisten werden zur Zwangsarbeit bei Unternehmen in der Region verpflichtet.

Hamburg – Theresienstadt – Auschwitz

1941-1942 Hildegard als Krankenpflegerin im Jüdischen Krankenhaus in der Johnsallee. Dort wohnte sie auch, bis sie den Deportationsbefehl erhielt.

19.7.1942 Hilde Meyerson mit Vater Georg und Frau Erna sowie Schwester Anneliese auf dem Transport VI/2 ab Hamburg – Kiel nach Theresienstadt deportiert

24.10.1942 Tod von Schwester Anneliese in Theresienstadt mit Typhus abdominalis

9.1.1944 Erna Meyerson in Theresienstadt verstorben

9.10.1944 Hilde Meyerson mit Vater Georg auf Transport E p  von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Stolpersteine in Hamburg, Brahmsallee 25 für Erna Meyerson, Anneliese Meyerson, Hildegard Meyerson und Georg Meyerson

Quellen

https://www.stolpersteine-hamburg.de/index.php?&LANGUAGE=DE&MAIN_ID=7&BIO_ID=4935

https://www.statistik-des-holocaust.de/VI2-25.jpg

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5063372

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Bettina L. Götze, Landwerk Steckelsdorf-Ausbau, in: Hachschara als Erinnerungsort.

<https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13> [24.03.2024]

http://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78790374

Arolsen Archives, Arolsen Signatur DE ITS 2.1.1.1 HE 016 JÜD 7 ZM

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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