Rotstein Samuel

Samuel Schmuel Schnur Rotstein

*19.3.1920 in Holzweissig; ✡ Juni 2007 in Zalk/Niederlande

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Abraham Rotstein *1.6.1896 in Vilkaviskis, Litauen; ✡ 2.12.1042 in Auschwitz

Mutter Ella Edie Priesel *30.12.1888 in Werbowicz, Galizien; ✡ 2.12.1042 in Auschwitz

Geschwister

Hermann Leon Rotstein *8.10.1926 in Holzweissig ; ✡ Überlebender

Beruf

Adressen Holzweissig; Bitterfeld, Burgstraße 41; Hof Jägerslust bei Flensburg; Hengelo; Epe; Zalk

Heirat Juli 1946 Heirat mit Klaasje van den Brink

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

1926 Einschulung in die Volksschule

1930 Wechsel auf die Realschule

1936 (?) Lehre als Klempner

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

1938 Schmuel Rotstein zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Novemberpogrom

10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.

Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.

In Sachsenhausen bekommt er die Häftlingsnummer 11073, die Unterbringung erfolgt mit den anderen Chawerim aus Jägerslust in Block 61

28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.

Dezember 1938 Viele aus Buchenwald und Sachsenhausen Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs iins Lager Schlosshofstraße in Bielefeld.

8.1.1939 Entlassung einer weiteren Gruppe von neun Juden aus Kiel, davon drei aus dem Gut Jägerslust, Rotstein, Lindenberg und Domb.

1939 eine größere Gruppe aus Bielefeld geht nach Holland z.T. zur Einzelhachschara der „Deventer Vereniging“ oder ins Werkdorp Wieringen.

Die Deventer Vereniging weist ihm eine Stelle als Landarbeiter in Hengelo zu. Von dort wechselt er in eine Lehre bei einem Schmied in Epe.

Werkkampen -„onderduiker“

Im September 1940 wurden im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung „Werkkampen“ errichtet.

Ab Juli 1942 werden jüdische Männer zur Zwangsarbeit in den Werkkampen einberufen. Ab September 1942 dienten diese Lager als jüdisches Arbeitslager und Puffer für das Lager Westerbork.

Schmuel Rotstein geht daher als „onderduiker“ in eine Versteck in Zalk, wo er auch seine spätere Frau Klasje kennenlernt.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 beide Eltern und Bruder Hermann in Bitterfeld, Burgstraße 41

Kindertransport

1939 Bruder Leon auf einem Kindertransport von Berlin über Bentheim, Hoek van Holland nach Harwich

Berlin Auschwitz

Einweisung der Eltern in das Sammellager Radinkendorf

29.11.1942 beide Eltern auf dem 23. Osttransport von Berlin nach Auschwitz; von 986 deportierten Berliner Juden waren 75 Kinder aus dem Baruch-Auerbachschen Waisenhaus in der Schönhauser Allee 162 zusammen mit Betreuern, außerdem vier Personen aus den Arbeitslagern Radinkendorf und Gut Skaby

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1145264

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1145462

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot23.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207505

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092171

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092137

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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