Dorothea Thea Passmann
*25.5.1916 in Werne, Bochum; ✡ Todesdatum und Ort unbekannt
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Vater Levy Passmann *27.9.1884 in Xanten; 3.9.1942 in Auschwitz
Mutter Ernestine Tinchen Heymann *23.12.1882 in Gnesen; ✡ 1943 in Riga
Onkel Hermann Passmann *28.12.1874 in Xanten; ✡16.11.1924 in Recklinghausen oo Wilhelmine Schneider
Cousins
Erich Walter Passmann*3.2.1902 in Wesel; ✡11.6.1943 in Sobibor; oo Rika Os (1897-1943)
Carl Passmann *10.3.1905 in Xanten; ✡11.3.1943 in Fürstengrube
Geschwister
Karl Passmann *5.1.1914 in Werne; 2.7.1991; oo 11.8.1939 in Hoek van Holland mit Ilse Ruth Oberländer (*2.3.1912 Stuttgart, ✡9.4.2008)
Zwillingsschwester Elisabeth Passmann *25.5.1916 in Werne, Bochum; ✡ 14.5.1942 Kulmhof; oo Hans van Geldern *17.7.1910 in Essen
Rosa Passmann *16.8.1918 in Werne; ✡nach 10.11.1941 in Minsk
Johanna Passmann *9.12.1921 in Werne; 1943 Auschwitz; oo Arthur Dessauer
Beruf –
Adressen Werne; Bochum; Dortmund, Blumenstraße 45; Judenhaus Deusener Straße 126
Heirat Bruno Achtermann *26.2.1909 in Dortmund; Todesdatum und Ort unbekannt
Kinder
Weiterer Lebensweg
Novemberpogrom
10.11.1938 Schwager Hans und Schwager Kurt van Geldern verhaftet in Essen
17.11.1938 „Schutzhaft“ im KL Dachau; Häftlingsnummer
4.5.1939 Hans und Kurt van Geldern entlassen aus Dachau
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Thea mit dem Ehemann Bruno in Dortmund, Blumenstraße 45
17.5.1939 Artur Dessauer mit beiden Eltern in Gelsenkirchen
Dortmund – Riga
November 1941 Bruno und Dorothea Achtermann auf der ursprünglich für Dezember 1941 geplanten Riga-Transportliste; der Transport wurde auf den Januar verschoben.
Thea Achtermann in Bielefeld bei Schwester Johanna Dessauer und in Essen
Mitte Jan. 1942 Deportationsbefehl der Gestapo für Bruno und Dorothea Achtermann, sich am 24.1.1942 am HBF Dortmund, Saal der Gaststätte Zur Börse, Nähe HBF einzufinden.
25.1.1942 Mutter Ernestine wird aus Gelsenkirchen, Karl-Meyer-Straße 2 in das Sammellager Ausstellungshallen Gelsenkirchen verbracht
27.1.1942 Transport Dortmund nach Riga-Skirotawa;
Bruno und Dorothea Achtermann stehen nicht auf der Transportliste vom 27.1.1942
Todesdatum und Ort von Bruno und Dorothea Achtermann sind unbekannt.
1.2.1942 Ankunft der Mutter Ernestine in Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga.
3.11.1943 Auflösung des Ghetto Riga;
3.11.1943 Mutter Ernestine ab Riga Skirotawa nach Auschwitz
Bruder Karl Passmann
Bruder Karl registriert in Werne, Essen, Gelsenkirchen;
Flucht mit dem Vater nach Rotterdam; Männer-Internierungslager Moerdijk?
11.8.1939 Heirat in Hoek van Holland mit Ilse Ruth Oberländer

24.11.-5.12.1939 Bruder Karl und Frau auf der SS STATENDAM von Rotterdam nach New York

Heimatadresse Vater Levy in Hoek van Holland
Umschulungs und Arbeitseinsatzlager Bielefeld
8. 9.1942 Schwester Johanna mit Mann und Tochter Mathel nach Bielefeld (Umschulungslager Schloßhofstraße zusammen mit drei weiteren jungen Familien aus Gelsenkirchen ins Lager Bielefeld, Schloßhofstraße: Familien Dessauer, Hess, Levy, Windmann, alle jeweils mit einem 1942 in Gelsenkirchen entbundenem Säugling nach Bielefeld. Vorherige Adresse der Familien Dessauer, Hess, Levy war das Judenhaus, Bahnhofstraße 39
Herbst 1942 Errichtung von Baracken für junge Familien auf dem Gelände
Oss- Westerbork – Auschwitz
Flucht des Vaters nach Rotterdam mit Sohn Karl; später zu seinem Neffen Carl Passmann in Oss, Schoolstraat 7
29.8.1942 Vater Levy Passmann aus Oss in das Judendurchgangslager Westerbork
31.8.1942 auf einem der ersten Massentransporte ab Westerbork nach Auschwitz
Essen – Ghetto Lodz – Kulmhof
27.10.1941 Zwillingschwester Elli mit Ehemann Hans, Sohn Lazarus (*1940) und Schwager Kurt van Geldern ab Essen auf dem Transport Düsseldorf – Ghetto Lodz – Kulmhof
7.11.1941 Schwager Kurt van Geldern verlegt in ein Außenarbeitslager von Lodz
13.5.1942 Zwillingschwester Elli mit Ehemann Hans, Sohn Lazarus (*1940) van Geldern aus dem Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof
November 1942 Tod von Schwager Kurt van Geldern im Arbeitslager Posen, vermutlich im Stadion
Essen – Ghetto Minsk
Schwester Rosa gemeldet als Haushilfe in Ahlen und Essen, Baumstraße 18 bei der Familie Kaiser, die mit ihr deportiert wird
10.11.1941 Schwester Rosa ab Essen auf dem Transport ab Düsseldorf ins Ghetto Minsk
Bericht des Transportleiters Meurin, Hauptmann der Schutzpolizei Düsseldorf
„Der Judentransport, umfassend 992 Juden aus den Städten Düsseldorf, Essen und Wuppertal, wurde am 10.11.1941 um 10,40 Uhr vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf abgelassen. Die Fahrt führte über Mettmann nach Wuppertal-Steinbeck, wo die von dort zu evakuierenden Juden fertig verladen bereitstanden und an den Zug angehängt wurden.“ Nach vier Tagen mit vielen Unterbrechungen erreichte der Zug den Bestimmungsort Minsk. Bei Meurin heißt es: „Die Juden waren um diese Zeit ziemlich weich, da der Zug vielfach unbeheizt liegengeblieben war und vor allem seit Einfahrt ins russische Gebiet keine Möglichkeit mehr gegeben war, Wasser zu fassen…“
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de829495
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de829494
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de873245
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de873243
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de873252
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de873251
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de942858
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de942509
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198922
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11199007
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411110-Essen5.jpg
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6424); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85