Lothar Jehuda Wallach
*12.3.1921 in Haigerloch; ✡1.8.2008 in Tel Aviv
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos; Isarel
Religion jüdisch
Vater Louis Wallach *28.8.1882; 4.3.1925 in Haigerloch
Mutter Minna Rothheimer *3.7.1890 in Gondelsheim Baden; ✡21.4.1970 Israel
Großmutter Emilie „Lina“ Rotheimer geb. Wolf *16.3.1860 in Gondelsheim; Camp Gurs ✡1942
Großtante Malchen Wolf *14.10.1863 in Gondelsheim; ✡25.7.1940 in Gondelsheim
Geschwister ?
Beruf Praktikant; Divisionskommandeur; Militärhistoriker
Adressen Haigerloch; Frankfurt; Mannheim; Schniebinchen, Sorau; Beir Zeva; Jerusalem; Tel Aviv
Heirat 1940 in Beir Zeva mit Chava Turetzky,
Kinder drei
Roni Wallach
Eliezer Wallach
Uri Wallach
Weiterer Lebensweg
Schulbesuch in Mannheim
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Lothar Jehuda Wallach zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
1936 Lothar Jehuda Wallach mit den Eltern nach Palästina
Minderheitenzählung
17.5.1939 Mina Wallach geb Rothheimer mit der Großmutter Lina und Großtante Malchen in der Leitergasse in Gondelsheim, Karlsruhe
25.7.1940 Tod der Großtante Malchen Wolf in Gondelsheim
Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden
22.10.1940 Mina Wallach und Großmutter Lina auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.
10.12.1940 Anordnung der „Abteilung jüdisches Vermögen” am Bruchsaler Landratsamt an den Gondelsheimer Bürgermeister zur Versteigerung:
„Hiermit beauftrage ich das Ortsgericht Gondelsheim mit der Versteigerung der Fahrnisse der Juden Lina Sara Rotheimer und Mina Sara Wallach. Die Versteigerung ist vorher rechtzeitig ortsüblich bekannt zu machen. Über die Versteigerung ist ein ordnungsmäßiges Protokoll aufzunehmen. Von der Versteigerung sind ausgeschlossen: Gegenstände, auf die ein Dritter Anspruch erhoben hat; Gold, Silber, Edelmetalle; Kunstgegenstände, Familienbilder, gute Teppiche, sehr wertvolle oder museumsreife Möbelstücke oder sonstige Gegenstände; Schuhe (neu und alt); Wische: Kohlen, Lebensmittel, Waschmittel; Bürogegenstände und Bücher. Alle diese Gegenstände dürfen nicht versteigert werden und sind bis auf weitere Weisung dort aufzubewahren. Nach dem Fahrnisverzeichniskommen hier u. a. vor allem die mit X bezeichneten Gegenstände und die 4 silbernen Löffel in Betracht. Die im Fahrnisverzeichnis genannten Gegenstände, die danach nicht versteigert wurden, sind am Schluss des Versteigerungsprotokolls besonders anzuführen, Lebensmittel, soweit sie nicht der Bewirtschaftung unterliegen und es sich auch nicht um größere Bestande handelt, sind der NSV gegen Empfangsbescheinigung zu übergeben. Die Gegenstande der Lina Sara Rotheimer sind getrennt von denen der Mina Sara Wallach zu versteigern und getrennte Protokolle anzufertigen.”
März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.
Alija

3.10.1935 Einreise von Louis, Erika und Klara Wallach auf der SS TEL AVIV in Haifa
1936 Lothar Jehuda Wallach mit den Eltern nach Palästina
Lothar Jehuda Wallach in Palästina Abschluss der „Höheren Schule“
Kibbuz Beir Zera am Südufer des See Genesareth
1940 Heirat
Militärlaufbahn
Lothar Jehuda Wallach Mitglied der Haganah
Eintritt von Lothar Jehuda Wallach in die Jewish Police Force British Mandate
1948 Lothar Jehuda Wallach Battalionskommandeur der Givati-Brigade im Unabhängigkeitskrieg
1949 Kommandeur der 10. Brigade
Divisionskommandeur der IDF
1956 zusammen mit Haim Laskov Kommandeur der IDF
1956 Konflikt mit Moshe Dayan im Sinai-Krieg
Kommandeur einer motorisierten Brigade
Chef der Ausbildungseinheiten der IDF
1960 Ausscheiden aus der IDF, Studium
1967 im Sechstage-Krieg noch einmal für kurze Zeit im Generalstab
Akademische Laufbahn
1960-1962 Studium an der Hebrew University in Jerusalem
1962 Bachelor of Arts
1962-1965 Studium in Oxfor
1965 Promotion in Oxford über Clausewitz und Schlieffen
1965 Rückkehr nach Israel; Dozent an der Universität in Tel Aviv für Militärhistorie
1972 Associate Professor
1975 Professor für Militärgeschichte
1978 Vorsitzender der Israeli Society for Military History
Gedenken
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Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en984971
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage