Lehfeldt Ernst Eugen

Ernst Eugen Lehfeldt

*25.4.1921 in Magdeburg; ✡5.12.1987 in Stockholm

Staatsangehörigkeit deutsch; schwedisch

Religion jüdisch

Vater Dr. dent. Michael Lehfeldt *5.9.1873 in Treptow; ✡1944 Auschwitz

Heirat der Eltern 1910

Mutter Thekla Voss *20.4.1888 in Wollstein, Posen; ✡ 1944 Auschwitz

Geschwister

Eva Lehfeldt *14.3.1913 in Magdeburg; oo 1938 in Paris Heinz Haack

Käthe Lehfeldt *2.5.1915 in Magdeburg; oo 1945 Bedrich Robitschek

Beruf Zahntechniker; Praktikant

Adressen Magdeburg, Lüneburger Straße 1, Königstraße 65

Heirat in Schweden Netta Lehfeldt geb. Kussel *29.6.1922 in Aurich; ✡4.10.2008 in Helsingborg

Die Ehe wird geschieden

Zweite Ehe mit Evy Ragnhild Kristoffersson *7.8.1921 Edestad; ✡15.10.2010 Stockholm

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

1933 Schwester Eva flieht nach Paris, wo sie 1938 Heinz Haack heiratet

Minderheitenzählung

17.5.1939 beide Eltern und Schwester Käthe in Magdeburg, Königstraße 65

Sommer 1939 Schwester Käthe mit „domestic permit“ nach England

Jessen Mühle

1939 Ernst Lehfeldt zur Hachschara in das Jüdische Lehrgut Jessen-Mühle

Das Hachschara-Lehrgut Jessen Mühle bei Sorau in der Niederlausitz bestand in der Zeit von 1932 – 1943; Träger war die Jüdische Jugendhilfe. Hier wurden für jeweils etwa 30 Chawerim, jugendliche Pioniere des Hechaluz über einige Monate in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten, in Hauswirtschaft und in Landwirtschaft zur Vorbereitung auf die Alija ausgebildet (Erstausbildung und Mittlere Hachschara für 14-18 -Jährige)

1938 war Wolfgang Berger Leiter von Jessen Mühle

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden aus anderen Lagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben, nicht aber aus Jessen. So bleibt auch Berta Englard verschont.  Brunhilde Hoffmann, später Dina Cohen kam im September 1938 nach Jessen, sie schreibt:

„In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1938 wurden im Rahmen der „Polenausweisung“ auch in Jessen Jugendliche und Erwachsene mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet. … Wir haben Glück gehabt, denn der Bürgermeister von Jessen war sehr anständig und wir sind unbehelligt geblieben.“

Novemberpogrom

Die Gestapo-Nebenstelle in Forst verlangte die Schließung der beiden nur zwei Kilometer voneinander entfernten Lager in Schniebinchen und Jessen. Vom RSHA in Berlin wurde dem nicht stattgegeben, so dass der Betrieb bis zur Schließung 1941 weitergehen konnte.

1939 -1941 Hans Wolfgang Cohn als Nachfolger von Wolfgang Berger Leiter des Hachscharazentrums Jessen-Mühle bei Sommerfeld in der Niederlausitz zusammen mit Gertrud Weil als Madrichim die Leiter von Jessen

Walter Keschner/Ze’ev Keschet schreibt über die Madrichim Hans Cohn und Trude Weil:

 „Jessen Mühle 1940, der große Schlafsaal der Jungen, über dem Generator. Die Tür im Fußboden des oberen Stockwerkes öffnet sich, und die beiden Madrichim Trude Weil und Hawo kommen herunter aus dem Mädchenstockwerk, um uns gute Nacht zu wünschen. Es war nicht einfach nur ein Gute-Nacht-Wunsch, sondern es wurden jedem Chawer ein paar aufbauende Worte gesagt, kleinen Beichten zugehört – über Anpassungsschwierigkeiten, das gemeinschaftliche Leben, Dinge zwischen einem Jungen und einem Mädchen oder einfach so kurze tröstende Gespräche.“

Emigration nach Schweden

Juni 1939 wurde der alte Gutshof Hälsinggården in Korsnäs in Nordschweden bei Falun als Jugendalijah-Hof für die mittlere Hachschara (15-17 Jahre) in Trägerschaft der »Stiftung für Landwirtschaftsausbildung« eröffnet

Herbst 1939 Ernst Lehfeldt kann mit einer Gruppe Chaluzim aus der Jessener Mühle nach Schweden emigrieren

Magdeburg-Theresienstadt-Auschwitz

19.11.1942 vor ihren Deportation müssen die Eltern noch einen betrügerischen Heimeinkaufsvertrag für Theresienstadt abschließen, durch den sie ihr gesamtes Vermögen verlieren

24.-25.11.1942 beide Eltern auf dem Transport XX/2 Magdeburg-Theresienstadt

16.5.1944 beide Eltern auf dem Transport E a von Theresienstadt nach Auschwitz

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Ehefrau Netta Lehfeldt auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, „Alte Chaluzim“

Gedenken

5.9.1977 Pages of Testimony für die Eltern von Schwester Käthe Robbey

Quellen

https://www.magdeburg-tourist.de/media/custom/37_14015_1.PDF?1414397744

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

http://stolpersteineaurich.com/2010/01/11/netta-kussel-verh-beil/

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de909635

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de909633

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78777793

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11204289

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/128182259

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5055714

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_mid_421118.html

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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