
Lea Helena Wigdorowitz
*29.11.1920 in Bruckdorf, Halle; ✡17.2.2002 in Hedera
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Zajnwel Wigdorowitz *25.10.1885 in Olkusz; ✡vor 1945 in Auschwitz
Mutter Breindel Herschberg *24.9.1885 in Sobkov; ✡ 1944 Auschwitz
Geschwister
Anna Chana Wigdorowitz *19.1.1916 in Erfurt; 19.1.2008 in Jerusalem; oo Josef Regenbogen/Karni
Ella Rachela Wigdorowitz *20.11.1920 in Bruckdorf; 12.5.2005 in Orot; oo Walter Liebesny/Dov Lesly
Tamar Emma Wigdorowitz *5.7.1922 in Bruckdorf; 19.6.2020 Haifa; oo Haim Ascherowitz
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Bruckdorf, Halle/Saale, Hallesche Straße 1;

Heirat 1942 in Wolverhampton Ascher Siegmund Manzbach/ HaLevi Maniv *24.5.1920 in Leipzig; ✡ 21.10.1987 Maayan Zwi;
Schwägerin Hanni Mansbach *3.9.1917 in Leipzig; ✡6.4.2015 Jerusalem
Kinder drei
Daniel Mansbach/Maniv*19.1.1945

Amnon Mansbach/Maniv *7.1.1950 in Ma’ayan Zwi; ✡16.5.1971
Noga Mansbach/Maniv *1.10.1953; oo Zivan
Weiterer Lebensweg
Polenaktion
28.10.1938 Ausweisung der Eltern und Schwester Emma nach Zbaszyn
Bei der Polenaktion am 28.10.1938 ist Helena im Landwerk Halbe verschont geblieben
15.8.1939 Schwester Emma aus Polen nach Palästina
Sommer 1939 Die Eltern gehen bei der Auflösung des Lagers Zbaszyn nach Olkusz, in den Geburtort des Vaters; von dort werden sie zur Vernichtung nach Auschitz deportiert.
Landwerk Halbe
Lea Helene Wigdorowitz
Landwerk Halbe Jüdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe (1919-1926) und Landwerk Halbe (1934-1938) für die Mittlere Hachschara (14-17 Jahre); Träger Makkabi; wie auch Ahrensdorf und Freienstein
Leiter Friedrich Perlstein
Das zweigeschossige Hauptgebäude verfügte im Erdgeschoss über einen Speisesaal für ca. 60 Personen, die Küche und den Schlafsaal der Mädchen, im Obergeschoss befanden sich Schlafräume und ein Waschraum. Das Haus auf der anderen Straßenseite beherbergte das Büro und Perlsteins Wohnung. In einer weiteren Baracke wohnten die „Umschichtler“ der „Älteren-Hachschara“. Die Felder mit den Ställen waren über einen Kilometer entfernt.
Bei der Polenaktion am 28.10.1938 ist das Landwerk Halbe verschont geblieben
Novemberpogrom in Halbe
10.11.1938 Novemberpogrom in Halbe; Diplomlandwirt Friedrich Perlstein, Leiter des Landwerks in einem Brief an das Ausgleichsamt des Kreises Bergstraße vom 7. 2. 1973:
„Am 9. November 1938 erschienen Lastautos, gefüllt mit schwarz uniformierten Sturmtruppen. Sie stürmten in die Gebäude und befahlen uns hinter dem Gebäude anzutreten. Es war stock dunkel und wir wurden mit starken Scheinwerfern geblendet. Untermischt mit Schimpfwörtern wurde uns erklärt, dass wir erschossen würden, aber vor der Hinrichtung sollten wir zusehen, wie sie das ‚Judennest‘ vollständig zerstören würden. Sie stahlen, was sie für sich haben wollten und zertrümmerten alles was in bestialischer Weise zerstört werden konnte.
Zum Schluss gaben sie den Befehl das Landwerk Halbe zu verlassen und erklärten mit grausamen Drohungen, dass sie morgen zurückkommen würden, um sich zu versichern, dass ihr Befehl ausgeführt wurde. Dann bestiegen sie ihre Lastwagen und verschwanden in der Nacht. Das war das Ende des Landwerk Halbe.“
1939 Flucht der Schwestern Helena und Ella Wigdorowicz nach England
Britischer Census
29.9.1939 Die Schwestern Helena und Ella Wigdorowicz sowie auch Siegmund Mansbach und Heinz Gochsheimer mit 25 weiteren Chaluzim des Makkabi auf einer Trainingsfarm in Wales in Court Perrott Farm Hostel, Llandegveth, Pontypool, Monmouthshire, Wales
1942 in Wolverhampton Heirat mit Ascher Siegmund Manzbach
Vermutlich entweder Anfang 1940 oder nach Kriegsende Alija von England nach Palästina/Israel
Shaliach in Australien
1950 Ascher Mansbach wird als Shaliach von der Jewish Agency nach Melbourne entsendet
Er betreut für sieben Jahre Hachschara-Projekte in Australien

18.6.1957 Lea Mansbach mit ihrer ganzen Familie auf der SS STRATHNAVER von Melbourne nach London
1957 Rückkehr nach Israel
1958 Ascher Mansbach Generalsekretär des Kibbuz Mayan Zwi
16.5.1971 Tod des Sohnes Amnon als Soldat der IDF
Gedenken
18.4.1899 Pages of Testimony für die Eltern von Schwester Tamar Asherowitz
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://de.wikipedia.org/wiki/Landwerk_Halbe
https://objekte.jmberlin.de/gperson/jmb-pers-42895
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316