Ilse Ruth Nebel
*27.11.1920 in Biskupitz; ✡ 10.5.2020 in Helsingborg
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Jakob Ferdinand *24.4.1879 in Hindenburg ; ✡ 22.1.1927
Mutter Luise Liese Berg *26.3.1888 in Groß Strehlitz; ✡ 1942
Geschwister

Rudolf Rouven Nebel *6.1.1923 in Biskupitz; ✡ 2005 Israel
Beruf Praktikantin
Adressen Biskupitz; Urfeld; Helsingborg
Heirat Hans Goldstrom *15.4.1921 in Chemnitz; ✡29.9.1907 in Helsingborg
Schwager Werner Goldstrom /Avner Rom *29.3.1916 in Eisleben
Kinder zwei
Weiterer Lebensweg
Hachschara in Urfeld
Ilse Ruth Nebel zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Anfang 1938 auch mittlere Hachschara für 15–17-Jährige Chaluzim.
Minderheitenzählung
17.5.1939 Mutter Luise und Bruder Rudolf in Biskupitz, Hindenburg, Kirchstraße 6
17.5.1939 Hans Goldstrom in Gut Winkel

Alija
1.8.1939 Bruder Rudolf nach Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija
11.5.1942 Eintritt von Bruder Rudolf als Fahrer in die Palestinian Copnay der Royal Army
Emigration nach Schweden
16.8.1939 Passausstellung für Ilse Ruth Nebel
August 1939 Emigration von Ruth Nebel mit Heinz Arndt aus Urfeld nach Schweden
1938 Nach dem Novemberpogrom hatte Schweden eine Kinderquote von zunächst 60 Kindern zugesagt. Diese wurde aber später auf 500 erhöht unter der Bedingung, dass jüdische Spender und die jüdische Gemeinde Stockholm die Bürgschaft für die nächsten 1 ½ bis 3 Jahre übernahmen. Dazu zählten auch die etwa 100 mit der Kinder- und Jugendalija nach Schweden Gelangten.
Frühjahr 1939 das Londoner Büro der „Youth Aliyah“ überträgt Eva Warburg die Leitung der Jugend Alijah i Sverige mit Sitz in Stockholm. Auf ihr Betreiben wurde der alte Gutshof Hälsinggården in Korsnäs in Nordschweden bei Falun als Jugendalijah-Hof für die mittlere Hachschara (15-17 Jahre) eingerichtet.
Juni 1939 wird der Jugendalijah-Hof Hälsinggården – auch „Kibbuz Falun“- von der »Stiftung für Landwirtschaftsausbildung« als Träger eröffnet. Die Jugendlichen arbeiten zumeist auf Bauernhöfen in der Umgebung.
1939 Einreise von Hans Goldström nach Schweden, Malmöhus

3.11.1941 gemeldet in Malmöhus zusammen mit Hans Goldstrom
Minderheitenzählung
17.5.1939 Mutter Luise und Bruder Rudolf in Biskupitz, Hindenburg, Kirchstraße 6
17.5.1939 Hans Goldstrom in Gut Winkel
Alija
1.8.1939 Bruder Rudolf nach Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija
11.5.1942 Eintritt von Bruder Rudolf als Fahrer in die Palestinian Company der Royal Army
Nachkriegszeit
„Wiedergutmachung“
Febr. 1958 Bescheid über die Gewährung der Ansprüche.
Gedenken
–
Quellen
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07616-19
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History