Emanuel Berta

Berta Bertel Emanuel

*30.6.1914 in Nentershausen; ✡ 27.11.2005 in Naharija

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Markus Emanuel *3.3.1883 Nentershausen; ✡29.9.1951 in Naharija

Heirat der Eltern 1.9.1913 in Frankershausen

Mutter Getta Katzenstein *30.10.1889 in Frankershausen; ✡ 31.3.1957 in Naharija

Heirat der Eltern 1.9.1913 in Frankershausen

Geschwister

Walter Emanuel *10.11.1918 in Nentershausen; ✡ 30.7.2012 in Kungsör; oo Lilly Söderberg

Beruf

Adressen Nentershausen; Gotha, Lucas-Cranach-Straße 1; Urfeld;

Heirat Zoltan Schalk*1906 in Dolný Kubín, Slowakei; ✡ 2.12.1994 Israel

Kinder eins

Tochter Schalk; oo Mazor

Weiterer Lebensweg

Besuch des Lyzeums in Gotha bis 1931

Juni 1933 Stellenverlust als Kinderpflegerin wegen der Schließung des israelitischen Kinderheims Köln Ausschluss als Jüdin aus der Lehre zur Säuglingsschwester

Hachschara in Urfeld

Juli 1934 Berta Emanuel mit Werner Strupp aus Gotha zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren.  Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

11/1935 Berta Emanuel abgemeldet zur Emigration nach Palästina Berta Emanuel

Alija Dezember 1935

23.12.1935 Ankunft auf der SS GALILEA in Haifa zusammen mit Werner Strupp aus Gotha und Artur Weinreb, alle drei direkt aus Urbach

ASR-Aktion

13.6.1938 Vater Markus verhaftet in der Reichsweiten Aktion „Arbeitsscheu Reich“; vorbestraft wegen Betrug zu 300 RM Strafe

13.6.-29.8.1938 Vater Markus im KL Buchenwald, Häftlingsnummer 5232

14.6.-19.10.1938 Onkel Moses Emanuel Vater im KL Buchenwald, Häftlingsnummer 5234

Novemberpogrom

10.11.1938 Walter Emanuel mit Vater Markus und Onkel Moses verhaftet und mit insgesamt 52 jüdischen Bürgern in das Gothaer Gefängnis gesperrt; von diesen werden am Morgen 27 freigelassen, 10.11.1938 25 Männer werden in das KL Buchenwald deportiert; Walter bekommt die Häftlingsnummer 21733

16.11.1938 Entlassung von Vater Markus und Onkel Moses aus dem KL Buchenwald, Häftlingsnummer 21718 bzw. 21717

17.11.1939 Entlassung von Walter Emanuel aus dem KL Buchenwald

November 1938 Emigration der Eltern nach Palästina

Dänemark

1939 Walter Emanuel wie viele Chaluzim mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.

5.11.1940 Walter Emanuel bei dänischem Census bei Familie Honore in Søllested, Søllested-Vedtofte, Båg, Odense

13.10.1943 Walter Emanuel von Kopenhagen auf einem dänischen Fischerboot nach Malmö, Linhamm

Nachkriegszeit

Berta Emanuel und die Eltern in Naharija

„Wiedergutmachung“

Febr.-Nov. 1956; Akte enthält u.a. Bescheid des Regierungspräsidenten über die Gewährung der Ansprüche.

Gedenken

Quellen

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07627 – 09

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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