Artur Weinreb
*23.1.1915 in Höchst; ✡ Oktober 1988
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Moritz Weinreb *6.7.1887 in Olchowka
Mutter Clara Polack *1888; ✡ 1921 in Höchst
Geschwister
Irene Weinreb *Dez. 1915 (?) in Höchst; oo Henry Reiss; oo Schmalbach
Edith Weinreb *22.10.1917 in Höchst; ✡Feb. 2004 in Leeds; oo Culman
Alice Weinreb *3.2.1919 in Frankfurt; ? ✡Jan 2017 in Vancouver; oo Karl Lindenberg
Beruf Praktikant-
Adressen Höchst; Frankfurt Bahnstraße1/Bolongarostraße 147; Urfeld

Heirat 28.7.1942 in Tel Aviv mit Chana Miretzky
Kinder –
Weiterer Lebensweg
1930-33 Kaufmännische Lehre im Bekleidungsgeschäft Leo Nussbaum in Frankfurt
Nach der Gesellenprüfung im März 1933 keine Weiterbeschäftigung
Hachschara in Urfeld
1935 Artur Weinreb zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Alija




23.12.1935 Ankunft von Artur Weinreb auf der SS GALILEA in Haifa mit Werner Strupp und Bertel Emanuel, alle drei aus Urfeld
28.9.1936 Einreise von Schwester Irene in Haifa auf der SS GALILEA
Polenaktion
28.10.1938 Ausweisung des Vaters nach Zbaszyn
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
1939 Alice Weinreb zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Sommer 1939 Emigration von Alice Weinreb nach England; sie geht auf die Hachschara Farm Manor Farm, Tingrith, Ampthill, Bedfordshire; dort lernt sie den Chaluz Karl Lindenberger kennen
Nachkriegszeit
„Wiedergutmachung“
1958-1962; Akte enthält u.a. Bescheid der Landesrentenbehörde vom 8.3.1960 über die Gewährung der Ansprüche für Schaden an Körper und Gesundheit; Änderungsbescheide.
Gedenken
–
Quellen
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07630 – 10
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History