Herbert Ostermann
*31.08.1906 in Mannheim; Überlebender; ✡ ?
Staatsangehörigkeit (polnisch) staatenlos
Religion jüdisch
Vater unbekannt Ostermann
Heirat der Eltern
Mutter ? Johanna Ostermann geb. Mayer *19.12.1872 in Staudernheim; ✡ 21.8.1942 in Theresienstadt
Geschwister ?
Beruf Landarbeiter
Adressen Mannheim; Köln; Urfeld; Beverwijk; Montpellier
Heirat 14.9.1938 in Beverwijk Huberta Hendrika van Driel *23.8.1915 in Rotterdam; ✡19.3.1983 Portugal
Kinder
Herbert Hendrik Ostermann
Wlliam Robertus Ostermann
Weiterer Lebensweg
Hachschara in Urfeld
31.8.1934 Herbert Ostermann von Köln zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
3.12.1934 Herbert Ostermann abgemeldet aus Urfeld nach Köln
Emigration Niederlande
Kibbuz Dath Waäretz in Beverwijk
Kibbuz DathWaäretz; der Kibbuz bestand von 1937 bis Ende 1940; Hachscharaorganisation des BACHAD in der orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.
Die Ausbildung erfolgte bei Bauern und Handwerkern der Umgebung. Zusätzlich wurden Kurse an der Lagere Landbouwschool in Assendelft besucht.
27.11.1936 Harry Asscher abgemeldet aus Franeker nach Beverwijk, als Betriebsleiter des Misrachi-Kibbuz DathWaäretz

14.9.1938 in Beverwijk Heirat von Herbert Ostermann und Huberta van Driel
15.11.1940 Beverwijk
8.12.1941 Ehepaar Huberta und Herbert Ostermann abgemeldet aus Amsterdam nach Montpellier
3.9.1943 Huberta van Driel zurück nach Amsterdam
Herbert Ostermann überlebt versteckt im Untergrund die Besetzung Frankreichs
Nachkriegszeit
10.8.1945 Scheidung von Frau Hubertha in Beverwijk
7.9.1951 Einbürgerung als französischer Staatsbürger
Gedenken
Quellen
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Ostermann%201906%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Van%20Driel%201915%22%7D
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History