Vogelhut Heinrich

Heinrich Zwi Vogelhut

*18.9.1922 in Mannheim; ✡ 21.9.1996 in Ramat Gan

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Selig Vogelhut *15.12.1878 Wisnitz; ✡25.10.1930 in Mannheim

Heirat der Eltern 24.1.1903

Mutter Therese Ribatsch/Riebas *28.8.1882 in Topolcany; ✡9.6.1944 in Auschwitz

Geschwister

Leopold Vogelhut *1903

Adolf Vogelhut *1904

Fritz Vogelhut *8.12.1906 in Wien; ✡27.3.1940 Sachsenhausen

Mizzi Vogelhut *1908

Karl Vogelhut *1909

Nanette Vogelhut *1910 in Mannheim; oo Gottreich

Willi Vogelhut *15.6.1912 in Nürnberg; ✡8.3.1998 in Haifa

Elsa Vogelhut *1913

Beruf –

Adressen Mannheim; Urfeld;

Heirat Sara Zifori geb Perla *18.9.1922; ✡21.9.1996

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

1936 Bruder Karl emigriert nach England

Hachschara in Urfeld

17.4.1937 Heinrich Vogelhut aus Mannheim zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

27.7.1937 Heinrich Vogelhut abgemeldet aus Urfeld nach Mannheim

Erste Polenaktion

28.10.1938 Abschiebung polnischer Juden nach Zbaszyn

Minderheitenzählung

17.5.1939 Bruder Willi bei der Mutter in Mannheim, D/ 17 a

Zweite Polenaktion

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

7.9.1939 reichsweite Verhaftung jüdischer Männer mit polnischen Wurzeln als „feindliche Ausländer“

13.9.1939 die Brüder Willi und Fritz Vogelhut verhaftet in Mannheim

31.11.1939 Willi Vogelhut eingewiesen in das KL Sachsenhausen

27.3.1940 Tod des Bruders Fritz im KL Sachsenhausen

6.8.1944 Bruder Willi von Warschau in das KL Dachau

April 1944 Befreiung von Willi Vogelhut im Dachau- Außenlager Mühldorf

Alija

Zeitpunkt und Weg der Alija von Heinrich Vogelhut sind nicht bekannt

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 Therese Vogelhut auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.

30.5.1944 Deportation von Therese Vogelhut ab Drancy nach Auschwitz

Nachkriegszeit

August 1945 Willi Vogelhut aus dem DP Camp nach Padua, Italien

8.10.1945 Santa Maria di Leuca

17.5.1947 Alija von Willi Vogelhut auf der SS ZYPERN קפריסין in Haifa

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/80547830

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de992938

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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