Löwenberg Paul

Paul Theodor Löwenberg

*20.1.1922 in Halle, Saale;✡ Tod in Riga nach 1941

Staatsangehörigkeit lettisch

Religion jüdisch

Vater David Löwenberg *29.11.1875 in Libau, Lettland; ✡ 26.5.1942 in Novosibirsk

Heirat der Eltern 1921

Mutter Marianne Peiser *2.4.1893 in Leipzig; ✡Sept 1985 in Hendon, London

Halbgeschwister

Anni Löwenberg *20.9.1909 in Halle; ✡7.12.1970 in Hayes, Kent; oo 1935 Wilkie

Bruder

Ernst Josef Löwenberg *28.12.1922 in Halle; ✡26.8.2014; oo 1960 Ruth Lessing

Beruf Landarbeiter

Adressen Halle; Urfeld, Hauptstraße 78; München; Berlin, Siegmunds Hof 12; Riga, Lacplesa 52/54-59

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Vater David war von 1908 mit 1920 mit Charlotte Culp (1886-1963) verheiratet

Scheidung von Charlotte Culp 1920

Scheidung von Marianne Peiser 1939; die Mutter flieht nach London

Hachschara in Urfeld

25.11.1937 Paul Löwenberg aus Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

2.1.1939 Paul Löwenberg abgemeldet aus Urfeld nach München

Minderheitenvolkszählung

17.5.1939 Paul Löwenberg in Berlin Charlottenburg, Siegmunds Hof 12; er besuchte die Adass Yisroel-Schule in der Straße Siegmunds Hof im Hansaviertel.

29.9.1939 Bruder Ernst bei britischem Census im Kitchener Camp

Riga

4.7.1940 Flucht nach Riga, vermutlich mit dem aus Libau stammende Vater

Volkszählung in Riga 1940 Riga Lacplesa 52/54-59

30.Juni 1941 Riga von der Wehrmacht besetzt

3. 7.1941 Massenverhaftungen in Riga; vermutl. mit dem Vater verhaftet, Gefängnis 3. Polizeibezirk Schulenstraße

Ghetto Riga

4.10.1941 Einweisung in das lettische „Große Ghetto“ in Riga

25.10.1941 Absperrung des Ghetto Riga

Rigaer Blutsonntag

30.11.1941 Rigaer Blutsonntag, Massenerschießung von 14000 lettischen Juden im Wald von Riga-Rumbula; noch zuvor waren die 1053 Berliner Juden des ersten Riga-Transportes vom Rangierbahnhof Šķirotava in den Wald geführt und erschossen worden

8.12.1941 Zweite Massenerschießung von 125000 lettischen Juden aus dem Ghetto im Wald von Riga-Rumbula;

Dezember 1941 Errichtung des kleinen Ghetto in den Quartieren nördlich der Ludzas Iela.

Gedenken

18.9.1905 Page of Testimony für Paul Löwenberg von seinem Bruder Ernst, Wembley

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de919003

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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