
Eugen Mandellaub/Jitzchak Shkedi
*11.6.1922 Heilbronn;✡ 23.10.1910 in Givat Haim
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Szymon Mandellaub *18.1.1884 in Kolomea; ✡31.10.1941 in Belzec
Heirat der Eltern 1912 in Kolomea
Mutter Adele Grünstein *10.8.1893; ✡vor 1945 in Polen
Tante Mircia Mandellaub *28.10.1886 in Kolomija
Geschwister
Gisela Mandellaub *4.5.1913 in Kolomea; oo Katz

Markus Mordechai Mandellaub *19.3.1916 in Heilbronn; ✡24.4.2000; oo Friedel Peterseil (1918-2000; Hachschara in Jägerslust)
Sylvia Mandellaub *10.4.1929 in Heilbronn ; ✡ vor 1944 in Polen
Cousin Salomon Salli Eisner *4.6.1916 in Duisburg; Passagier auf der SS DORA
Beruf Landarbeiter
Adressen Heilbronn; Urfeld, Hauptstraße 78;

Heirat Ursula Wolff *1.2.1921 Freiburg;
Kinder
Gidon Shkedi *8.3.1945
Weiterer Lebensweg
Vater Simon Mandellaub lebte seit 1901 in Heilbronn, Zuzug von Ehefrau Adele etwa 1913
15.3.1937 Polnischer Pass für Eugen Mandellaub in München
21.4.1937 Ausstellung eines Pass für Ursula Wolff in Freiburg
Hachschara in Urfeld
22.4.1937 Eugen Mandellaub von Heilbronn zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
24.2.1938 Eugen Mandellaub abgemeldet aus Urfeld nach Heilbronn
Alija
27.3.1938 Ankunft von Eugen Mandellaub in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Katagorie B(III)
27.10.1938 Ankunft von Ursula Wolff in Tel Aviv mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Katagorie B(III)
März1938 Schwester Gisela Katz und Markus Mandellaub nach Palästina
8.4.1947 Einbürgerung des Ehepaar Mandellaub in Palästina
Polenaktion
28.10.1938 Vater Simon, Mutter Adele und Schwester Sylvia Mandellaub abgeschoben nach Zbaszyn
August-Oktober 1939 Auflösung des Lagers Zbaszyn; die Eltern gehen mit Schweter Sylvia in ihre Heimatstadt Kolomea.
Nachkriegszeit
Gedenken
Juni 2017 Stolpersteine für Adele, Simon, Silvia, Gisela, Markus und Eugen Mandellaub in Heilbronn, Sicherer Straße 9
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History