Maringer Isidor

Quelle Kazerne Dossin

Isidor Maringer

*6.1.1923 in Köln;✡ 25.9.1942 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Aharon Dorenfeld *1880 in Polen; 1930

Heirat der Eltern

Mutter Zwetel Cilla Maringer *1898; 1943 in Polen

Bruder

Julius Maringer/Joel Lavi *16.4.1920 in Köln; oo Kaufmann

Neffe Yair Lavi

Beruf  Landarbeiter

Adressen Köln; Urfeld, Hauptstraße 78; Brüssel

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

13.6.1935 Passausstellung für Bruder Julius in Köln

Alija

5.8.1935 Alija von Bruder Julius Maringer nach Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

11.2.1945 Einbürgerung von Bruder Julius in Palästina

Hachschara in Urfeld  

2.5.1938 Isidor Maringer aus Köln zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

7.7.1938 Isidor Maringer abgemeldet aus Urfeld nach Köln

1939 Flucht von Isidor Maringer nach Belgien; Antwerpen und Brüssel

Mechelen Auschwitz

August 1942 erste Massentransporte aus Mechelen nach Auschwitz nach Aufrufe der Gestapo, sich zu „Arbeitseinsätzen im Osten“ zu melden.

Verbringung in das Sammellager Kazerne Dossin Mechelen bei Brüssel

Isidor Maringer ist offenbar der damals vom Hechaluz ausgegebenen Empfehlung gefolgt und hat sich mit einer Gruppe Kölner Chaluzim freiwillig gemeldet:

15.8.1942 Isidor Maringer auf dem III. Transport von Mechelen nach Auschwitz, zusammen mit weiteren Chaluzim aus Köln

Tod in Auschwitz, „Herzschwäche“

Gedenken

5.8.1957 Gedenkblatt für Isidor Maringer von Bruder Joel Lavi

7.8.1988 Gedenkblatt von Cousin Renee Maringer

26.7.2000 Gedenkblatt für Isidor Maringer von Alex Salm

Quellen

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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