
Rolf Roda Reilinger
*6.7.1919 in Stuttgart; ✡2003 im Kibbuz Hasorea
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Samuel Reilinger *10.11.1866 in Reilingen, Mannheim; ✡4.5.1940 in Mannheim
Mutter Juliana Braun *8.4.1880 in München; katholisch; ✡ ?
Geschwister
Kurt Reilinger *5.12.1917 in Stuttgart; ✡16.9.1945 in Harderwijk
Unehelicher Halbbruder Ludwig Braun, *11.12.1898 in Straßburg, wächst bei einem Onkel auf
Beruf Praktikant
Adressen Stuttgart, Büchsenstraße 110; Mannheim; Friedersdorf; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer;
Heirat Hilde Tirza Klonower *12.9.1921 in Berlin; ✡ 1999 Kibbuz Hazorea
Kinder –
Weiterer Lebensweg
1901 Vater als Handelsvertreter in Stuttgart gemeldet
Das Hachschara-Gut Skaby in Friedersdorf
Bruder Kurt Reilinger zur Hachschara auf Gut Skaby
Das Hachschara- Lager auf Gut Skaby in Friedersdorf, Kreis Beeskow bestand ab der Einrichtung im Mai 1939 für 40 Chawerim bis zur Auflösung am 27.2.1943 in der reichsweiten „Fabrikaktion“;
3.4.1939 Ankunft von Kurt Reilinger auf der SS PALESTINA in Haifa als Begleiter einer Alija-Gruppe; er kehrt dann aber wieder nach Deutschland zurück

Bruder Kurt Reilinger, Deckname Nanno, ist ein berühmter zionistischer Widerstandskämpfer
Beruf –
Adressen Stuttgart; Gut Winkel, Spreenhagen
Heirat Hilde Klonower *12.9.1921 in Berlin
Kinder –
Gut Winkel
1939 Rolf Reilinger zur Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.
Minderheitenzählung
17.5.1939 Bruder Rolf und Hilde Klonower in Gut Winkel;
17.5.1939 beide Eltern in Stuttgart, Büchsenstraße 110
17.5.1939 Kurt Reilinger im Gut Skaby (?)

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
1939 Alija Beth von Rolf und Hilde Klonower auf der SS HILDA nach Palästina
12.10.1939 Bahnfahrt von Rolf Reilinger und Hilde Klonower ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
14.2.1940 Registrierung von Rolf Reilinger in Athlit;
18.2.1940 Entlassung von Hilde Klonower aus dem Lager
21.7.1940 Entlassung von Rolf Reilinger aus dem Lager Athlit


Bei der Entlassung aus Atlith geben beide als Zieladresse David Freund im Kibbuz Hasorea an
Gedenken
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316