Heinrich Heinz Zwi Gossmann צבי גוסמן
*1922 in Hirschberg; ✡6./7.10.1998
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Arthur Gosmann *16.9.1889 in Hirschberg; ✡ vor 1945 in Auschwitz
Mutter Emma Schatz *20.8.1887 in Ober-Endingen, Schweiz; ✡ vor 1945 in Auschwitz
Großvater Heimann Gossmann +1856 in Pleschen; ✡8.11.1913 in Hirschberg
Großmutter Lina Nathan *24.8.1852 in Warmbrunn; ✡24.5.1939 in Hirschberg
Tante Grete Gossmann *31.1.11892 in Hirschberg; ✡ vor 1945 in Auschwitz; oo Apel
Onkel Ismar Gossmann *23.6.1886 in Warmbrunn; ✡ 1942 in Auschwitz; oo Zila Wolf
Geschwister
Charlotte Gossmann *29.3.1923 in Hirschberg ; ✡ vor 1945 in Auschwitz
Manfred Gossmann *28.9.1925 in Hirschberg ; ✡ 1943 in Auschwitz
Beruf
Adressen Hirschberg, Markt 16; Brüderhof , Harksheide
Heirat mit Cheit
Kinder zwei
Weiterer Lebensweg
Onkel Ismar war Kantor der Synagoge in Gleiwitz
Novemberpogrom
10.11.1938 Onkel Ismar Gossmann in Gleiwitz verhaftet
12.11.1938 Einweisung in das KL Buchenwald, Häftlingsnummmer 27350

1.12.1938 Entlassung von Onkel Ismar
Der Brüderhof in Harksheide
Der Brüderhof in Harksheide beherbergte von 1934 bis 1939 einen Hachschara Kibbuz in Trägerschaft des Hechaluz. Die evangelische Einrichtung „Rauhes Haus“ hatte sie an den Bauern Leuschner verpachtet. Der große Hof bot Unterkunft für 35 Chaluzim.
Ab 1935 gab es hier auch eine „Mittlere Hachschara“ für 15-17-jährige Schulentlassene.
1938 Heinrich Gossmann zur Hachschara auf den Brüderhof

Vor der „Polenaktion“ am 28.10.1938 flüchteten einzelne Chaluzim mit polnischem Pass über die Grenze nach Dänemark, einzelne mussten mit 700 anderen ab Hamburg Altona nach Zbaszyn fahren; der Hamburger Transport kam aber erst um Mitternacht an die bereits von Polen abgeschlossene Grenze und durften nach drei Tagen des Abwartens wieder nach Hamburg zurückkehren.
Im Novemberpogrom bleibt der Brüderhof von Verwüstungen verschont, vermutlich weil Pächter Leuschner NSDAP-Mitglied war. Es sollen aber vier ältere Chaluzim verhaftet worden sein.
März 1939 Auflösung des Kibbuz nach Kündigung des Pachtvertrages. Die Jugendlichen der mittleren Hachschara können nach Palästina emigrieren. Die über 17-jährigen gehen zum Teil nach Dänemark.
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 beide Eltern, Schwester Charlotte und Bruder Manfred in Hirschberg Markt 16
17.5.1939 Schwester Charlotte auch in Isr. Waisen- und Verpflegungsanstalt, Breslau, Gräbschener Straße 61/65, vermutlich zur Ausbildung oder als Betreuerin für die Großmutter Lina, die am 24.5.1939 verstirbt.
17.5.1939 Tante Grete Apel in Hirschberg, Markt 5
Alija
Vermutlich 1939 nach Auflösung des Brüderhofes nach Palästina
1942 ist Zwi Gossmann registriert als Wähler in Palästina

28.5.1942 Onkel Ismar deportiert von Gleiwitz nach Auschwitz
Nachkriegszeit
1946 ist ein Zwi Gossmann auf dem Alija Beth Schiff SS BIRIA (AKBEL) in Athlit registriert, vermutlich ein anderer.
Gedenken
29.5.1955 Pages of Testimony für die Eltern, Schwester Lotte, Bruder Manfred, Cousine Herta, Onkel Ismar und Frau Zilla Gossmann
Grabstein für Zwi Gossmann Holon Cemetery
Quellen
Sieghard Bußenius, Die Ausbildungsstätte des Hechaluz auf dem Brüderhof Harksheide, HaGalil 2007
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_sln_420514.html
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278181
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877647
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1586184
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877653
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877650
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de877654
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz