Stoppelmann Siegfried

Siegfried Stoppelmann

*5.10.1913 in Aurich; ✡ 31.12.2002 in Bremen

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Gerson Stoppelmann *13.12.1883 in Schapen

Mutter Minna Wolff *17.1.1887 in Aurich; ✡

Geschwister

Norbert Stoppelmann *27.3.1912 in Beesten, Lingen; ✡ 19. 2.1935 in Aurich

Beruf Schuhmacher

Adressen Aurich, Wallstraße 18; Kl. Mühlenwall 7; Gut Winkel, Spreenhagen

Heirat 1949 mit Edith Kahn *11.1.1921 in Schweich; 16.11.1992 in Heemsbünde

Kinder Gershon Stoppelmann *1952

Weiterer Lebensweg          

4.2.1914 Umzug der Familie vor seiner Geburt von Beesten nach Aurich

15.8.1933 Bruder Norbert eingewiesen in die Heilstätte Wildeshausen

Novemberpogrom

10.11.1938 Siegfried mit Vater Gerson Stoppelmann in Aurich verhaftet

10.11.1938 Novemberpogrom in Aurich; die Verwüstungen und das Abbrennen der Auricher Synagoge wurden vom Führer des Auricher SA-Sturmbannes Eltze angeführt. Dieser war von der SA-Gruppe Nordsee vermutlich kurz vor Mitternacht informiert worden.

Internierung der Auricher Juden im KL Sachsenhausen, Frauen und Kinder werden tagsüber entlassen

Vater Josef von der Wall wie alle männlichen Juden verhaftet und in der in der Landwirtschaftlichen Halle „Bullenhalle“ und am folgenden Tag auf dem Ellernfeld schikaniert und gequält. SA-Sportwart Wilhelm Bock ließ die „Schutzhäftlinge“ „Bullenhalle“ in entwürdigender Weise „Sport“ treiben.

11.11.1938 Bahnfahrt nach Bremen, über Nacht in einem Gymnasium eingesperrt.

12.11.1938 Transport von Bremen nach Sachsenhausen

Internierung der Auricher Juden im KL Sachsenhausen

15.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen

9.1.1939 Entlassung von Siegfried Stoppelmann aus dem KL Sachsenhausen

Anfang 1939 Rückkehr nach Aurich, drei Wochen versteckt im Taubenschlag von Adolf Richter

Gut Winkel

Siegfried Stoppelmann zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

Minderheitenzählung

17.5.1939 beide Eltern in Aurich, Wallstraße 6

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker

Juli 1939 Gerhard Rachwalsky als Madrich, , Gert Böhm, Gregor Bronstein, Ellen Gaenser, Alfred Jordan, Charlotte Ständig mit etwa vier weiteren Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Illegal über die Grenze

„In einer Kiste mit der Aufschrift „Vorsicht Glas“ wurde er dann mit anderen nach Antwerpen gebracht.“

17.7.1939 Zustieg von Siegfried Stoppelmann mit etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft von Siegfried Stoppelmann auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Judenvertreibung aus Ostfriesland/Oldenburg

Januar 1940 Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven: Ausweisung der in Ostfriesland lebenden Juden „aus militärischen Gründen“ bis zum 1. April 1940.

15.2.1940 Zwangsumzug von Gerson und Minna Stoppelmann von Aurich nach Berlin, Kantstr. 92

18.10.1941 beide Eltern deportiert von Berlin ins Ghetto Lodz

4.5.1942 beide Eltern deportiert aus Lodz ins Vernichtungslager Kulmhof

1957 Remigration nach Bremen

Gedenken

2014 Stolpersteine für die Eltern, Siegfried und Norbert Stoppelmann in Aurich, Wallstraße 18

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092172

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11260148

www.myheritage.com

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://collections.yadvashem.org/de

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936, Gemeinde Barsingerhorn, Archiv Alkmaar

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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