Ernst Meyer
*21.5.1918 in Gelnhausen; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Jakob Meyer *8.1.1875 in Arnheim; ✡ 25.11.1941 Kauen
Mutter Gutta Gitta Bergen *19.3.1878 in Gelnhausen; ✡ 25.11.1941 Kauen
Geschwister ?
Beruf –
Adressen Gelnhausen; Frankfurt, Zeil 6, Sandweg 29; Havelberg
Heirat Lieselotte Meyer, Ehefrau oder Schwester
Kinder
Weiterer Lebensweg
10.11.1938 Ernst Meyer verhaftet im Novemberpogrom in Frankfurt; Polizeigefängnis

13.11.1938 Einweisung in das KL Buchenwald „Schutzhaft“; Häftlingsnummer 4344
1.12.1938 Wechsel auf die Häftlingsnummer 29510

18.1.1939 Entlassung von Ernst Meyer aus Buchenwald mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
Waldgehöft Havelberg
Frühjahr 1939 Ernst Meyer zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht
Minderheiten-Volkszählung
17.7.1939 mit 56 jüdischen Bewohnern im Waldgehöft bei der Minderheitenzählung
Nach dem September 1939 waren Nachfolger von Richard Horn als Betriebsleiter in Havelberg Siegfried Freund, Artur Posnanski, Alfred Selbiger, Heinz Berg und Hilde Nathan.
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4
12.10.1939 Bahnfahrt von Ernst und Lilo Meyer ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
14.2.1940 Registrierung von Ernst Meyer in Athlit
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
Juli 1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Ernst und Lilo Meyer geben Willy Meyer in Haifa als Kontaktadresse an
Massenerschießung im Fort IX in Kauen
22.11.1941 Deportation der Eltern Jakob und Gutta nach Kauen; Einsperrung im Fort IX

25.11.1941 Massenerschießung der 991 Juden aus Frankfurt zusammen mit den zuvor Eingetroffenen aus Berlin und München, insgesamt 2934 Menschen, vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Fort IX außerhalb der Stadt erschossen.
Quellen
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411122-25.jpg
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316