Jenny Jaschkowitz
*23.3.1914 in Posen; ✡ April 1991 London
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Jaschkowitz *2.9.1886in Posen; ✡7.3.1943 in Auschwitz
Heirat der Eltern 10.3.1910 in Kempen
Mutter Frieda Rika Blut in Posen *19.6.1885 in Kempen; ✡ 7.3.1943 in Auschwitz
Geschwister
Julie Jaschkowitz *22.10.1912 in Posen; ✡?; oo Cohn; oo Brohensky
Heinz Günter Jaschkowitz *4.1.1920 in Beuthen; ✡ 7.3.1943 in Auschwitz
Beruf –
Adressen Breslau, Tauentzienstraße 26; Hof Jägerslust bei Flensburg; London
Heirat 3.3.1937 in Flensburg Willy Friedmann *9.4.1909 in Breslau; ✡ 10.6. 1982 in Islington, London
Kinder eins
Weiterer Lebensweg
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
März 1936 bis Mai 1937 Jenny Jaschkowitz zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

3.3.1937 Heirat in Flensburg mit Willy Friedmann
Mai 1937 Willy und Jenny Friedmann abgemeldet aus Flensburg
Novemberpogrom
10.11.1938 Willy Friedmann verhaftet im Novemberpogrom, vermutlich in Breslau
Eingewiesen in das KL Buchenwald, Häftlingsnummer 28422
4.12.1938 Entlassung aus dem KL Buchenwald
Emigration nach England
Vermutlich im Frühjahr 1939 emigrieren beide nach England
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 zu diesem Datum sind Willi und Jenny Friedmann in Deutschland nicht mehr erfasst.
17.5.1939 die Eltern Julius und Frieda, mit den Geschwistern Julie und Heinz Günter Jaschkowitz, sowie Onkel Salo und dessen Sohn Heinz Julius Jaschkowitz in Breslau, Tauentzienstraße 26
Britischer Census
29.9.1939 William und Jenny Friedmann in Musgrove Farm Office, Trull Road, Taunton, Somerset auf der Milchfarm der Familie von Samuel Pidgeon
Fabrikaktion
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert
5.3.1943 beide Eltern mit Sohn Heinz Günter sowie weitere Verwandte aus der Tauentzienstraße 26 auf dem Transport Breslau nach Auschwitz
Nachkriegszeit

1945 – 1947 Wohnadresse 13 a Upper Park Road London
22.1.1946 Suchanzeige für ihre Eltern
Gedenken
Quellen
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5894734
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de888293
Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.
Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136