Beifus Julius

Julius Beifus

*10.4.1919 in Laasphe; ✡ 20.4.1996 in Göppingen

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Herz Beifus *28.10.1865 in Laasphe ✡ 25.9.1942 in Treblinka

Heirat der Eltern 24.11.1911 in Geiß-Nidda

Mutter Minna Stern *19.3.1879 in Geiß-Nidda; ✡ 25.9.1942 in Treblinka

Onkel Bernhard Beifus *15.9.1869 in Laasphe; 1891 als Kaufmann in Amsterdam

Geschwister

Irma Beifus *6.11.1912 in Laasphe; ✡ 30.4.1943 in Sobibor

Robert Reuven Beifus *27.10.1913 in Laasphe; ✡ 2003 in Israel; oo Ester Ciorna

Artur Abraham Beifus *25.6.1915 in Laasphe; ✡ 4.11.1998 in Israel; oo Anne Friedländer

Berthold Beifus später Baruch Lavi *15.1.1917 in Laasphe; ✡ 17.12.2011 in Kibbuz Dorot in Israel

Hertha Beifus *11.9.1920 in Laasphe; ✡24.8.1942 in Auschwitz

Halbbrüder (erste Ehe des Vaters mit Bertha Katzenstein aus Flieden ; ✡22.11.1907 Laasphe

Siegfried Beifus *25.4.1902 in Laasphe; ✡14f13 Euthanasie, Tötungsanstalt Hartheim bei Linz

Leonhardt Beifus *2.8.1904 in Laasphe; ✡15.1.1943 in Auschwitz

Josef Beifus *23.2.1906 in Laasphe; körperbehindert; ✡nach April 1942 in Zamosc

Beruf

Adressen Laasphe, Steinweg 5, zuletztSchloßstraße 16;

Heirat 19.6.1947 in Esslingen Theresia Fraueneder *19.6.1924 in Waldzell

Kinder

Dalia und Naftali Lavi

Weiterer Lebensweg

5.4.1930 Schwester Irma von Lemförde nach Arnheim

14.1.1936 Flucht von Berthold Beifus in die Niederlande; Hachschara im Werkdorp Wieringermeer

30.1.1936 Schwester Irma aus Arnheim nach Amsterdam

Gut Wecker

23.10.1935 Julius geht auf Hachschara auf den Hof Wecker in Rüdnitz bei Bernau.

Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.

Er bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.

Hachschara

im Beth Chaluz Augsburg

Juni 1938 Julius Beifus zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg, Beth Chaluz in der Armenhausgasse B 121 a  (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung

Novemberpogrom

10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Bruder Rudolf Nathan mit insgesamt 28 über 18-jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21193

8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

16.2.1939 Entlassung von Bruder Arthur aus dem KL Sachsenhausen

England

1939 Emigration von Bruder Julius und Arthur nach England

1939 wohnen Julius und Artur Beifus bei den Eltern in Laasphe, Steinweg 5

10.2.1939 Julius Beifus abgemeldet aus Laasphe nach England

9./10.1938 Bruder Artur in der Pogromnacht für kurze Zeit verhaftet. 1.3.1939 Halbbruder Siegfried vermutlich bei illegalem Grenzübertritt in der Region um Aachen festgenommen; anschließend in den KL Dachau, Buchenwald, Ravensbrück und wieder Dachau

3.5.1939 Schwester Hertha aus Laasphe nach Amsterdam

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 beide Eltern und Bruder Artur in Laasphe, Steinweg 5

Alija Beth SS DORA

Juli 1939 Bruder Berthold mi den 76 Werkdorpern nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Kriegseintritt Großbritannien

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

3.9.1939 Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg

Britischer Census

29.9.1939 Bruder Artur im Kitchener Camp

29.9.1939 Bruder Julius Beifus in Farandon

Winston Churchill: „Collar the lot“

10.5.1940 Winston Churchill Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain; Anordnung Churchills, zur Internierung und Verschiffung außer Landes der etwa 70000 Deutschen und Österreicher in Großbritannien; 60000 von ihnen waren Flüchtlinge.

11.6. -1.8.1940 10000 Männer und 4000 Frauen als „enemy aliens“ interniert in neun Camps auf der Isle of Man

Juli 1940 Innerhalb von 16 Tagen wurden über 10000 Internierte auf fünf Schiffen illegal nach Übersee (Australien, Kanada) deportiert

10.11.1941 Freilassung nach Entscheid des Regional Advisory Committee

25.4.1942 Bruder Artur nach Kanada

30.4.1942 Halbbruder Josef von Dortmund nach Zamosc deportiert

15.7.1942 Schwester Herta von Westerbork nach Auschwitz

29.7.1942 Eltern ab Dortmund nach Theresienstadt

24.8.1942 Tod von Hertha Beifus in Auschwitz

23.9.1942 Deportation der Eltern von Theresienstadt nach Treblinka

14.10.1942 Bruder Siegfried in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz durch CO-Gas erstickt

12.1.1943 Halbbruder Leonhard von Berlin nach Auschwitz

Baruch Beifus schließt sich zunächst dem Kibbuz Maoz Haim, dann dem Kibbuz Dorot im Negev an

Lebenslange Arbeit von Berthold in der zum Kibbuz Dorot gehörigen großen Fabrik für Wasserleitungs-Kontrollventile

Nachkriegszeit

Dezember 1945 Rückkehr von Julius Beifus nach Deutschland; Angestellter in Esslingen

19.6.1947 Heirat mit Theresia Fraueneder in Esslingen

8.4.1949 IRO-Antrag zur Unterstützung bei Emigration

November 1988 erstes Wiedersehen der überlebenden vier Brüder in Laasphe auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Otto Düsbergs zum 50. Jahrestag der Pogromnacht vom 9./10. November 1938

Gedenken

2.6.1955 Pages of Testimony für die Eltern und Schwester Irma von Baruch Beifus

4.8.1978 Pages of Testimony für die Eltern und die Schwestern Irma und Hertha von Bruder Artur Beifus

4.3.1993 Pages of Testimony für Josef, Herz und Minna Beifus von Herbert Präger aus Laasphe

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/78918654

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://docplayer.org/57115951-Am-deportiert-nach-theresienstadt-moses-burg-moses-burg-geb-am-15-maerz-1858-in-fischelbach.html

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de838656

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de259894

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de838655

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de838659

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1043190

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1218772

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1043190

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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