Löwenstein Hermann

Foto privat Liddel

Hermann Löwenstein/Harry Armand Liddel

*20.5./5.2.1910 in Kaiserslautern; ✡ 17.11.1989 Birkenhead bei Liverpool

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Sally Löwenstein *1878; ✡ 6.1.1954 inKaiserslautern

Mutter Florentine Meyer *1883; ✡ 24.2.1951 in Montpellier

Geschwister

Anna Löwenstein *29.1.1909; ✡?; oo 1934 Theodor Jonas

Beruf Gärtner, Mechaniker

Adressen Kaiserslautern; Augsburg Armenhausgasse; Birkenhead

Heirat Juni 1940 mit Nora Frances Mason *10.9.1918 in Birkenhead; Jan 2000 Birkenhead

Kinder

Zwei Söhne

Weiterer Lebensweg

Vater Sally Löwenstein war Besitzer des Herren-Konfektionsgeschäfts „S. Löwenstein“ in der Fackelstrasse 26

Hermann Löwenstein besucht die Volksschule und die Oberrealschule in Kaiserslautern

1936 Schwester Anna und Theodor Jonas nach Palästina

1937 Hermann Löwenstein zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg in das Beth Chaluz in die Friedberger Straße 9, dann in der Armenhausgasse B 121 a  (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung

Novemberpogrom

10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Hermann Löwenstein mit insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21207

8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

5.4.1939 die fünf Chaluzim Hans Bandmann, Fritz Laufer, Heinrich Kampf, Albert Neuner und Hans Wessely aus dem Beit Chaluz Augsburg zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

Februar 1939 Umzug der Familie Löwenstein von Kaiserslautern nach Mannheim

Juli 1939 Emigration der Eltern nach Straßburg

Flucht nach England

Frühjahr 1939 eine große Gruppe der in Augsburg verhafteten Chawerim kann mit den von Alex Moch in London besorgten 150 Visa nach England reisen

Nach Eintritt in die Armee, Einheit Royal Electrical and Mechanical Engineers, Umbennung in Harry Armand Liddel

1941 Beide Eltern interniert im Camp Vittel

Alija

1936 Schwester Anna nach Palästina

„Transport 222“

3. deutsch-palästinensischer Zivilgefangenenaustausch

Ab

dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

26.4.1944 von den etwa 1.300 Austauschjuden mit Palästina-Zertifikat werden 272 ausgewählt, vor allem Mitarbeiter des Joodse Raad Amsterdam und deren Familienangehörigen. Sie sollen ausgetauscht werden gegen „Deutsche Templer“, eine Sekte in Jerusalem.

Die Hoffnung auf den Templer-Austausch zerschlägt sich für die meisten im Sternlager

Ende Mai 1944 Reduktion auf die endgültigen 222; Unterbringung in abgesonderter Baracke

Vier Wochen Wartens nach Absage des ursprünglichen Termins

29.6. 1944 222 Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Zug über Nürnberg nach Wien; hier kommen noch 61 Engländer und US-Amerikaner aus den Internierungslagern Vittel und Laufen (Salzach) hinzu. 42 internierte Personen – darunter auch die Löwensteins – kamen aus dem Lager Vittel/Frankreich. Die Fahrt geht über Budapest, Sofia nach Istanbul. In Wien, Istanbul und Aleppo wurden jeweils die Züge gewechselt; den Bosporus überquerte ein Ausflugsdampfer, der die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges auf der asiatischen Seite von Istanbul mit einer mehrstündigen Rundfahrt überbrückte. Ab Aleppo über Beirut erreichte der Transport schließlich Haifa in Palästina.

10.7.1944. Ankunft des Transportes in Haifa: Die Eltern gehen zur Schwester Anna und Theodor Jonas in Haifa, Hillel Street 27.

Gedenken

7.5.2025 Stolpersteine in Kaiserslautern, Benzinoring 15/Ecke Ottostraße

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10698052

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429448

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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