Steinhardt Max

Max Steinhardt

*19.12.1919 Düsseldorf; ✡ 6.6.1967 Holon

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegmund Steinhardt *27.7.1875 München-Gladbach; ✡ 18.5.1944 in Auschwitz

Mutter Minna Schott *28.6.1873 in Höhr Grenzhausen ✡ 1.6.1943 in Theresienstadt

Geschwister ?;

Beruf Gärtnerpraktikant

Adressen Düsseldorf Kurfürstenstraße 59; Augsburg Armenhausgasse;

Heirat Brendla Koslowska

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

Max Steinhardt zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg in das Beth Chaluz in die Friedberger Straße 9, dann in der Armenhausgasse B 121 a  (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung

Novemberpogrom

10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Max Steinhardt mit insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21216

8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen

5.4.1939 die fünf Chaluzim Hans Bandmann, Fritz Laufer, Heinrich Kampf, Albert Neuner und Hans Wessely aus dem Beit Chaluz Augsburg zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

Emigration nach Schweden

1938 Nach dem Novemberpogrom hatte Schweden eine Kinderquote von zunächst 60 Kindern zugesagt. Diese wurde aber später auf 500 erhöht unter der Bedingung, dass jüdische Spender und die jüdische Gemeinde Stockholm die Bürgschaft für die nächsten 1 ½ bis 3 Jahre übernahmen. Dazu zählten auch die etwa 100 mit der Kinder- und Jugendalija nach Schweden Gelangten.

Frühjahr 1939 das Londoner Büro der „Youth Aliyah“ überträgt Eva Warburg die Leitung der Jugend Alijah i Sverige mit Sitz in Stockholm. Auf ihr Betreiben wurde der alte Gutshof Hälsinggården in Korsnäs in Nordschweden bei Falun als Jugendalijah-Hof für die mittlere Hachschara (15-17 Jahre) eingerichtet.

Juni 1939 wird der Jugendalijah-Hof Hälsinggården – auch „Kibbuz Falun“- von der »Stiftung für Landwirtschaftsausbildung« als Träger eröffnet. Die Jugendlichen arbeiten zumeist auf Bauernhöfen in der Umgebung.

Nach den Plänen des britischen Büros der Kinder- und Jugendalija sollten insgesamt 120 junge Leute aus Schweden ausreisen, davon 85 mit einem Jugendalija Zertifikat und 35 als 14–16-Jährige mit einem Kinder-Zertifikat.

Nachdem der Skagerrak im November 1939 sowohl von der deutschen Kriegsmarine wie von der Royal Navy gesperrt worden war, blieb aber nur der beschwerliche Landweg über Russland die Türkei, Syrien nach Palästina übrig; nur zwei kleine Gruppen konnten diese Route nutzen.

September 1939 nach Schweden

21.12.1942 in Stockby, Sånga, Stockholm

15.2.1943 nach Stockholm

Deportation ab Düsseldorf

21.7.1942 Siegmund und Minna Steinhardt auf dem Transport VII/1 ab Düsseldorf nach Theresienstadt

1.6.1943 Tod von Minna Steinhardt in Theresienstadt

15.5.1944 Vater Siegmund auf dem Transport D z von Theresienstadt nach Auschwitz

Alija

Alija von Max Steinhardt zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Israel

6.6.1967 Tod von Max Steinhardt in Holon

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10760254

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de974105

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de974088

Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_rhl_420721.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429448

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My