
Stephan Gidon Pinner
*10.10.1923 in Berlin; ✡2.4.1991 in Beit Jitzchak-Shaar; oo Hanna Wiener
Staatsangehörigkeit deutsch
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Ernst Ludwig Pinner *24.7.1889 in Kosten; ✡ 20.8.1947 Palästina
Mutter Frieda Bielschowsky *26.6.1892 in Berlin ; ✡ 8.2.1934 Berlin
Stiefmutter Rosalia Rozka Fischer *18.3.1906 in Krakau; ✡26.5.1967 Beit Jitzchak
Geschwister

Hans/Hananja Pinner *29.6.1921 in Berlin; ✡ 1993 in Ein’Gev
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant;
Adressen Berlin; Groß Breesen;

Heirat Hanna Wiener *18.3.1906 in Krakau; ✡ 1967 in Beit Jitzchak
Kinder drei
Elchanan Menachem Pinner
Pinner ; oo Dror
Weiterer Lebensweg
Überseegruppenwanderer Lehrgut Groß Breesen
Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)
1936-1939 Curt „Bo“ Bondy Lagerleiter und pädagogischer Leiter, auf Bitten von Leo Baeck; von vielen ‚Groß-Breesenern‘ wurde er als charismatische Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben, verehrt. Unterstützt wurde er von Ernst Cramer, einem älteren Praktikanten.
Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildung war Oberinspektor Erwin Scheier, dessen Frau Ruth oblag die Hauswirtschaft, Tischlermeister Max Kiwi die Schreinerei.
10.11.1938 Überfall der SA auf den Hof in Groß Breesen, alle über 18-Jährigen Männer werden mit einem Bus abgeführt und ins KL Buchenwald gebracht, auch Curt Bondy, der als Homosexueller besonders gefährdet war; die Frauen und Jungen bleiben auf dem Hof zurück.
1938/1939 Hans und Bruder Stefan Pinner zur Umschulung ins Überseeauswanderer Lager Groß Breesen
1939 Emigration von Bruder Hans Pinner nach England
17.5.1939 Stefan Pinner noch in Groß Breesen
Alija
28.8.1939 Vater Ernst mit seiner zweiten Frau Rozka und Sohn Stephan abgemeldet nach Palästina
9.9.1939 Einreise mit Kapitalisten Zertifikat der Kategorie A(1)
Britischer Census
29.9.1939 Bruder Hans Pinner in 10, Brighton Street, Stoke-on-Trent, Staffordshire im Haushalt der Familie Allcock
Winston Churchill: „Collar the lot“
10.5.1940 Winston Churchill Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain; Anordnung Churchills, zur Internierung und Verschiffung außer Landes der etwa 70000 Deutschen und Österreicher in Großbritannien; 60000 von ihnen waren Flüchtlinge.
11.6. -1.8.1940 10000 Männer und 4000 Frauen als „enemy aliens“ interniert in neun Camps auf der Isle of Man
Juli 1940 Innerhalb von 16 Tagen wurden über 10000 Internierte auf fünf Schiffen illegal nach Übersee deportiert
SS DUNERA – 57 Tage auf See
10.7.-6.9.1940 Bruder Hans auf der SS DUNERA von Liverpool nach Sydney
Die 450 Schiffbrüchigen der ARANDORA STAR werden in Melbourne ausgeschifft und kommen in das Lager Tatura.
6.9.1940 Ankunft der SS DUNERA in Sydney; Internierung der 2000 Juden und Nazi-Gegner in zwei Lagern bei Hay in New South Wales
22.6.1942 Offizielles Ende der Internierung; Freilassung zur Rückkehr in ein Land ihrer Wahl
13.10.1942 Ausstellung eines Certificate of Identity für Bruder Hans in Melbourne, Wohnort Tatura
2.2.1943 Einreise von Bruder Hans über Kantara, Zypern nach Haifa mit einem Arbeiterzertifikat der Kategorie C/LS
24.2.1943 Einbürgerung von Stephan Pinner in Palästina
4.3.1946 Einbürgerung von Hans Pinner in Palästina
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Werner Angress, Generation zwischen Furcht und Hoffnung, 1985
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_sln_43a.html
Arthur Wolff, Bericht für den Groß Breesen Rundbrief Nr. 24, 1984
Damit es nicht vergessen wird, Bericht in zwei Teilen, 1991
Günter Marcuse, Tagebuch Groß Breesen; Groß Breesen Rundbrief Nr. 23, 1966
https://archive.org/details/jdischesausb001f022/page/n2/mode/1up?view=theater
https://www.yumpu.com/de/document/read/3840614/21-brief-19-p745-54-gross-breesen-silesia