Pinkus Gerda

Gerda Pinkus

*10.7.1906 in Neustadt bei Chemnitz; ✡ 24.9.1983 in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Paul Pinkus *12.2.1868 in Betsche, Meseritz; ✡ 12.5.1943 in Chemnitz

Heirat der Eltern 12.12.1897 in Frankfurt/Oder

Mutter Johanna Gerson *8.4.1872 in Kriescht, Osternberg; ✡ 17.5.1944 Auschwitz

Geschwister

Irma Pinkus *12.8.1898 in Chemnitz; ✡ 17.5.1943 in Auschwitz; oo Arthur Salomon

Grete Pinkus *10.6.1902 in Chemnitz; ✡ 1943 Theresienstadt; oo Ludwig Eppenstein

Lotte Pinkus *21.2.1903 in Chemnitz; ✡ 13.5.1915 in Chemnitz

Beruf Landarbeiterin; Künstlerin

Adressen Chemnitz, Nikolaistraße 2; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat 8.10.1936 in Berlin Arthur Aharon Schindler *23.3.1905 in Schildberg; ✡ 24.9.1982 in Tel Shalom

Kinder zwei

Miriam Margot Schindler *7.2.1937 in Berlin; oo Mindel

Tamar Schindler *29.1.1944 in Tel Shalom

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

3.11.1935 Gerda Pinkus zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

30.9.1936 Gerda Pinkus auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel

Altkarbe

Artur Schindler zur Hachschara ins Umschulungslager des Makkabi in Altkarbe in der Neumark, heute Polen. Es bestand zwischen 1933 und 1936 auf dem Gut Obermühle des jüdischen Landwirts Siegmund Levy. Die Chaluzim kamen zumeist aus dem Makkabi Hazair. Das Lager wird auf Veranlassung des Reichskriegsministers zum 1.8.1936 durch die Staatspolizeistelle Frankfurt/Oder geschlossen, „da es sich in unmittelbarer Nähe zu militärischen Anlagen befindet. … Die Lagerinsassen wurden in das Umschulungslager in Havelberg untergebracht.“

Alija

30.9.1933 Passausstellung für Gerda Pinkus in Chemnitz

15.9.1934 Passausstellung für Artur Schindler in Chemnitz

19.9.1937 Einreise von Artur und Gerda Schindler mit Tochter Margot in Haifa auf der SS PROVIDENCE mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

Nach ihrer Alija gründeten die Chaluzim aus Altkarbe den Kibbuz Maʿayan Zvi bei Haifa.

4.11.1941 Einbürgerung in Palästina

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 beide Eltern Pinkus in Chemnitz, Nikolaistraße 2

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

Schwester Irma schreibt an ihre Freundin Eva Noack-Mosse:

„1.3.1943  Liebes Evchen! Nun hat man mich auch. Bin Sonnabend mit sämtlichen Arbeitenden abgeholt worden aus der Fabrik. Stürzte aber und brach das Bein, weswegen ich nicht in der Sammelstelle blieb, sondern hier ins jüd. Krankenhaus, Iranische Straße kam. Weiß heut noch nicht, was mit meinem Mann u. den Kindern geschehen ist. Meine Schwiegertochter traf ich im Clou (Sammelstelle) Alles weinend nur mit dem dem, was auf dem Leib.“

17.5.1943 Schwester Irma auf dem 38. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Dresden – Theresienstadt – Auschwitz

21.6.1943 Mutter Johanna auf dem Transport V/9 von Dresden nach Theresienstadt

15.5.1944 Mutter Johanna auf dem Transport D z von Theresienstadt nach Auschwitz

Nachkriegszeit

Gedenken

5.8.1956 Pages of Testimony für die Mutter Johanna und Schwester Irma von Gerda Schindler bei Yad Vashem

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11255298

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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