Josef Jupp Steinhardt
*19.9.1918 in Rogowo; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Heimann Steinhardt *2.7.1880 in Schelejewo; ✡ ?
Mutter Rosa Moses *1.1.1885 in Jnowitz/Znin; ✡ ?
Onkel Adolf Steinhardt *27.4.1877 in Schelejewo; ✡ ?
Geschwister
Rita Steinhardt *22.7.1923 in Winzig Rogowo; ✡ ?
Siegfried Steinhardt *7.12.1920 in Rogowo; ✡ ?
Neffe Horst Steinhardt * 27.7.1924 in Berlin; ✡ vor Oktober 1942 in Auschwitz
Beruf Landarbeiter
Adressen Rogowo; Winzig, Wohlau, Wohlauer-Vorstadt 191; Gut Winkel, Spreenhagen; Amsterdam; Werkdorp; Houston
Heirat 16.3.1946 in Graft mit Neeltje Kool *31.3.1924 in Graft bei Alkmaar
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Gut Winkel
2.6.1935 Josef Steinhardt zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.9.1936 Josef Steinhardt auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
Niederlande
1938/1939 Flucht nach Amsterdam
13.12.1938 Neffe Horst mit Kindertransport nach Rhede, Revierenhuis
19.4.1939 Verlegung in das Dommelhuis in Eindhoven

31.10.1939 Anfrage seines Onkel Josef Steinhardt, seinen Neffen Horst für eine Woche zu sich nach Amsterdam, Biesboschstraat 17 nehmen zu können. Der Bitte wird am 3. 11.1939 vom Ministerium entsprochen.
26.2.1940 Neffe Horst Steinhardt zur Hachschara von Eindhoven ins Werkdorp Nieuwe Sluis
15.3.1940 Josef Steinhardt zur Hachschara ins Werkdorp
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ war die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht
18.9.41 Josef Steinhardt offiziell abgemeldet aus Wieringermeer

17.5.1939 beide Eltern mit den Geschwistern Siegfried und Rita Steinhardt und Onkel Adolf in Winzig Wohlau, Wohlauer-Vorstadt 191
Dritte Große Amsterdam Razzia – Erster großer Massentransport aus den Niederlanden
5.7.1942 die ersten Aufrufe Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden. Damals bestand beim Hechaluz noch die Auffassung, man solle sich deportieren lassen, in der irrigen Annahme, es handele sich um Arbeitseinsätze.
Onderduiker
Josef Steinhardt offiziell registriert als „VOW“ (vertrokken onbekend waarhen -Standardformulierung für Juden die mit gefälschten Papieren untergetaucht sind)
Josef Steinhardt überlebt als „Onderduiker“ im Versteck in Almelo
Nachkriegszeit
6.2.1946 wieder in Amsterdam gemeldet
12.3.1946 Heirat in Graft mit Neeltje Kool
17.9.1947 abgemeldet aus Amsterdam zur Emigration nach New York
10.10.1947 Ankunft von in Houston Texas
Gedenken –
Quellen
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Steinhardt%22%7D
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316