
Oskar Artmann
*12.3.1909 in Duisburg; ✡11.3.1996 in Israel
Staatsangehörigkeit polnish, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Chaim Asher Artmann *11.11.1887 in Perechinsko; ✡16.2.1943 in Nottinghamshire
Mutter Feiga Frieda Landsmann *2.6.1883 in Rozniatow; ✡ Juni 1962 in England
Geschwister
Erich Artmann *9.6.1906 in Duisburg; oo Miriam Lustmann aus Bochum
Moshe Moritz David Artmann *3.5.1911 in Duisburg; ✡21.4.1944 in Auschwitz; oo Irene Katz *1.2.1912 in Münzenberg; ✡1943 in Auschwitz
Richard Artmann *16.11.1914 in Duisburg
Cousin/e
Norbert Knoll gen. Artmann *5.6.1912 in Duisburg; ✡13.11.1941 in Duisburg
Frieda Artmann *6.5.1920 in Hamborn
Hermann Artmann *16.4.1921 in Hamborn, Duisburg; ✡ ? in Polen
Rosa Artmann *28.4.1923 in Hamborn
Beruf Kaufm. Angestellter
Adressen Duisburg; Minden; Aurich; Jever; Münzenberg; Bielefeld

Heirat 8.8.1938 Lotte Badrian *9.11.1907 in Sussetz, Pless
Kinder
Gideon Ilan Artmann *13.12.1938 in Tel Aviv
Nurit Chaja Artmann *28.6.1944 in Rehowot
Weiterer Lebensweg
Oskar Artmann gehörte zu den „jüdischen Kriegskinder von 1917“, aus Duisburg zur Erholung nach Kalkar geschickt;
Moritz Artmann in Aurich
17.1.1933 Bruder Moritz aus Minden kommend nach Aurich; gemeldet bei Fam. Wolff, Norderstraße 11, dann Osterstraße 16-18 (Familie Sternberg)
18.8.1942 (28.11.1942) nach Bielefeld
15. 8.1933 Ortswechsel nach Jever, Schlachtstraße 9 (seine Spätere Frau Irene war auch zeiweilig in Jever gemeldet)
Ende September 1933 wieder zu Familie Sternberg, Osterstraße 16-18
Anfang 1935 für 7 Monate in den Hammerkeweg 1 zu Familie Wolffs
4.9.1935 Moritz bgemeldet aus Aurich nach Duisburg
Hachschara und Alija der Artmanns aus Duisburg
8.4.1935 Ankunft von Bruder Erich Artmann und Frau Miriam in Haifa
1935 Oskar Artmann zur Hachschara in Breslau

12.7.1935 Reispassausstellung für Oskar Artmann in Breslau
20.9.1935 Einreise von Lotte Badrian in Jaffa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
2.7.1936 Oskar Artmann zur Hachschara nach Dänemark
26.7.1937 Ankunft von Oskar Artmann mit Arbeiter-Zertifikat C /LS aus Dänemark über Chiasso, Triest in Haifa
Cousin Hermann Artmann zur Hachschara ins Landwerk Havelberg
Die erste Polenaktion, Abschiebung nach Zbaszyn
28.10.1938 Hermann Artmann verhaftet in Havelberg; Verbringung in ein Sammellager nach Berlin, zwei Nächte im Potsdamer Gefängnis
30.10.1938 Hermann abgeschoben aus Berlin nach Zbaszyn in der ersten Polenaktion
30.10.1938 Hermanns Eltern abgeschoben aus Duisburg nach Zbaszyn in der ersten Polenaktion
Jan 1939 Cousine Rosa nach Polen
22.8.1939 Emigration der Eltern nach England
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
18.8.1942 (28.11.1942) Moritz zur Zwangsarbeit ins Einsatzlager Bielefeld Schloßhofstraße
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert, um den Arbeitskräftebedarf im Nebenlager Buna zu decken.
27.2.1943 Befehl von Wilhelm Pützer (1893-1945), Leiter des Judenreferats der Gestapo-Außendienststelle Bielefeld, das „jüdische Arbeitseinsatzlager in Bielefeld“ aufzulösen und deren Insassen und weitere Juden aus dem Sprengel bis zum 1. März, also zwei Tage später, nach Bielefeld zu bringen, wo sie „spätestens“ bis 13 Uhr im „Saal der Eintracht“ eintreffen mussten.
1.3.1943 Auflösung des Arbeitslagers Bielefeld, mit Bussen ins Sammellager Saal im Haus der Gesellschaft „Eintracht“ am Klosterplatz
Erwin Angress berichtet:
„In Bielefeld gab es im Saal des Vereinslokals ,Eintracht‘ ein Sammellager für Juden aus dem ganzen Bezirk. Bereits in der darauffolgenden Nacht vom 1. auf den 2. März 1943 wurden alle Juden zum Bielelelder Güterbahnhof gebracht und in Waggons gepfercht. Mit diesem Zug rollten wir dann nach Auschwitz… Nur 9 Personen haben überlebt.“
2.3.1942 Moritz mit Ehefrau Irene aus dem Einsatzlager Bielefeld Schloßhofstraße nach Auschwitz
2.3.1943 40 Stunden im geschlossenen Güterwaggon, Transport Bielefeld über Hannover – Erfurt – Dresden nach Auschwitz mit allen 98 Chawerim aus dem Arbeitslager Paderborn
3.3.1943 Ankunft und Selektion der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz;
Moritz eingewiesen in Auschwitz III zum Aufbau des IG-Farben Werkes Buna Monowitz, auf LKW in die Quarantäneblöcke des „Arbeitslager Buna“ gebracht; Tätowierung der „nichtarischen“ Häftlinge, Häftlingsnummer 104 893; Mithäftling Karl Polak:
„Wir wurden nacheinander auf einen Stuhl gesetzt, da war ein Schraubstock und wir mussten unseren linken Arm dort hineinzwängen, und er wurde so festgezogen, dass wir den Arm nicht bewegen konnten. Darauf kam ein Häftling und hat uns die Nummer hineintätowiert.“
21.4.1944 Tod von Bruder Moritz in Auschwitz
1952 Pages of Testimony für Moshe David und Irene Artmann von Otto Artmann, von Oscar Artmann und für ihre Familie aus Bochum von Miriam Lustmann Artmann
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833583
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833552
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1556034
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1191482
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1675982
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT430302_1.jpg
www.80jahrepogrom.jgpb.de/erwin-angress/
https://stolpersteineaurich.wordpress.com/2010/01/02/moritz-artmann
Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7
Oskar Artmann, Angesehen und wohlhabend. Jüdische Familie in Kalkar zwischen 1917 und 1934, in: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 1983, Seite 40