Kirchheimer Arthur

Arthur Kirchheimer

*8.3.1909 in Hamm; ✡ 15.8.2004 in Sosua

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Zadok Sandel Sally Kirchheimer *14.4.1868 in Nieheim, Höxter; ✡ ?

Mutter Jettchen Dickhoff *19.7.1867 in Lichtenau; ✡ ?, Argentinien

Großvater Herz Dickhoff *1818; ✡1891; Tochter Jettchen zeigt den Tod an

Geschwister  neun, u.a.

Martha Kirchheimer *29.6.1897 in Hamm; oo Siegfried Wiersch

Karl *1903; Elfriede *1905; Margret *1911;

Beruf Schaufensterdekorateur im Kaufhaus Tietz in Hamburg; Landarbeiter

Adressen Hamm, Grünstraße 17; Hamburg; Luxemburg, Petrusring 84; Sosua

Heirat Ilona Detjen

Kinder

Tochter Kirchheimer *vor Juni 1941

Rene Kirchheimer 1942 in Sosua

Weiterer Lebensweg

1926 Artur Kirchheimer zur Lehre als Schaufensterdekorateur im Kaufhaus Tietz in Hamburg; später ist er dort auch als Textilkaufmann und Modefachmann tätig. Hier lernt er auch seine Frau Ilona Detjen kennen.

1937 nach einer Schlägerei mit SA-Männern in einer Kneipe muss er fliehen. Um nicht verhaftet zu werden, geht er illegal über die grüne Grenze nach Luxemburg.

Hachschara in Luxemburg

1937-1940 Arthur Kirchheimer für 2 ½ Jahre zur Hachschara in Luxemburg in Altwies, im Gebäude des ehem. Hotel de Paris; das Institut Hechalouts für 60 Auszubildende bestand von 1933-1938/39

Einzelhachschara auf einem Bauernhof; Kirchheimer später:

„Dieser Ausbildung verdanke ich meine Rettung.“

1940 folgt seine Frau Ilona; die beiden heiraten heimlich in Luxemburg

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf Frankreich und die Benelux-Staaten

„Wir flohen vor den deutschen Truppen Richtung Spanien.“

Trotz ihre kubanischen Visa können sie nicht nach Lissabon reisen; sie werden zwei Wochen an der portugiesischen Grenze festgehalten, nur notdürftig von der Bevölkerung versorgt. Dann werden sie nach Frankreich zurückgeschickt und ins Internierungslager Bayonne eingesperrt.

Die Rettung erscheint nach sieben Monaten durch Emissionäre des Joint (AJDC), die 50 Landarbeiter für das Jüdische Siedlungsprojekt DORSA in Sosua, Dominikanische Republik suchen. In  einem versiegelten Waggon geht es nach Portugal:

„In Lissabon wurden wir erst mal zwei Wochen aufgepäppelt. Wir waren halbverhungert.“

Der U-Boot-Krieg bedroht die Fahrt auf der SS MOUZINHO nach Ellis Island, New York, wo sie im Juni 1941 auf den Frachter SS ALGONQUIN umgeschifft werden.

„Wir gehörten fast zur letzten Siedlergruppe. Danach war die Atlantiküberquerung zu gefährlich.“

Die meisten Familienmitglieder konnten zwischen 1938 und 1941 nach Argentinien emigrieren

Die Eltern sind vor ihrer Emigration nach Argentinien bei der Tochter Martha Wiersch in Strasburg, Uckermark gemeldet.

Gedenken

6.6.1991 Page of Testimony für Schwester Martha Wiersch von Schwester Margarete Meyer

Quellen

https://www.ila-web.de/de/ausgaben/279/von-hamburg-nach-sos%C3%BAa

Hans-Ulrich Dillmann, Von Hamburg nach Sosua, Das Leben des Arturo Kirchheimer

https://www.spiegel.de/geschichte/exil-in-der-karibik-a-948627.html

Hans-Ulrich Dillmann, Susanne Heim: „Fluchtpunkt Karibik – Jüdische Emigration in der Dominikanischen Republik“. Christoph Links Verlag, Berlin 2009, 188 Seiten

Hans-Ulrich Dillmann, Davidstern fürs Rathaus, Jüdische Allgemeine, 2006

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/12661316

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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