Günther Wunderlich
*28.9.1917 in Freiberg; ✡ 6.2.1943 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Paul Hermann Wunderlich; ✡ ?
Mutter Ida Wreschinsky *12.5.1887 in Freiberg; ✡ ? vor 1944 in Riga
Geschwister
Ruth Ingeborg Wunderlich *1920 in Freiberg
Beruf Landarbeiter
Adressen Freiberg; Cranz; Gut Winkel, Spreenhagen; Berlin, Polenzwerder
Heirat Hertha Hanna Nelhans *11.11.1923 in Sommerfeld; ✡ 6.2.1943 in Auschwitz
Kinder
Mechel Ephraim Wunderlich *26.4.1941 in Berlin; ✡ 6.2.1943 in Auschwitz
Weiterer Lebensweg
Gut Lobitten
Unweit von Powunden (Chrabrowo) auf dem Gut Lobitten (Lugovskoje) bildete der Gutsbesitzer Walther Sandelowsky von 1934 bis Sommer 1939 junge Menschen in der Landwirtschaft aus, damit sie ein Arbeiter-Zertifikat des Hechaluz für die Alija nach Palästina erhalten konnten.
Gut Winkel
2.6..1936 Günther Wunderlich von Cranz/Powunden zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.9.1936 Günther Wunderlich auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
Im April 1937 wird er mit dem Ehepaar Spitzer nach Polenzwerder geschickt

Hachschara Polenzwerder
April 1937 Günther Wunderlich zur Hachschara in das jüdische Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde in Brandenburg; dort ist auch Hanna Nelhaus.
Das jüdische Lehrgut Polenzwerder wurde 1937 von der Jugendorganisation Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar) in Trägerschaft der Staatszionistischen Organisation (Revisionisten) in einer alten Ziegelei eingerichtet. Im Sommer 1938 wurde der BETAR zwangsaufgelöst. Nach dem das Lager im Novemberpogrom überfallen worden war, übernahm die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD das Lehrgut, in dem bis zu 45 Jugendliche in Landwirtschaft und Gärtnerei auf der Alija nach Palästina vorbereitet wurden.
Leiter des Gutes Polenzwerder
Bis 1937 Max Meyer, Sohn des Besitzers Gustav Meier
Ab 1937 David Kirschenbaum, Siegfried Peckel, als Inspektor Hermann Nördlinger
Ab Sommer 1939 Kurt und Anna Holzheim
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Günther Wunderlich mit seiner Mutter Ida in Berlin, Charlottenburg
17.5.1939 Hertha Nelhaus im Jüdischen Altersheim Berlin, Lützowstraße 48
26.4.1941 Geburt von Sohn Mechel Ephraim Wunderlich in Berlin
Umzug nach Kreuzberg in die Köpenicker Straße 21
19.1.1942 Mutter Ida auf dem 8. Osttransport von Berlin ins Ghetto Riga

3.2.1943 Günther Hanna und Sohn Mechel auf dem 28. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1184379
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1184533
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1184458
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212216
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot28.html
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316