Ruth Hirschberg
*5.9.1920 in Zwesten, Fritzlar; ✡ 12.4.1945 in Warschau (?)
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater David Hirschberg *15.6.1883 in Zwesten; ✡ 29.7.1943 in Riga
Heirat der Eltern 12.1.1920in Hebel
Mutter Clara Vogel *1.5.1894 in Hebel; ✡ September 1943 in Riga
Geschwister
Ludwig Hirschberg *26.11.1921 in Zwesten; ✡ 23.5.2005 in Plantation Broward, Florida; oo Rose Israel
Beruf Landarbeiter
Adressen Zwesten; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat ledig
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Ruth Hirschberg mit den Eltern in Zwesten, Haus Nr. 10 1/2
17.5.1939 Ludwig Hirschberg in Frankfurt Fischerfeldstr. 13; Jüd. Anlernwerkstatt
Gut Skaby in Friedersdorf
Das Hachschara- Lager auf Gut Skaby in Friedersdorf, Kreis Beeskow bestand ab der Einrichtung im Mai 1939 für 40 Chawerim bis zur Auflösung am 27.2.1943 in der reichsweiten „Fabrikaktion“; alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert, so auch in den benachbarten Lagern Gut Winkel und Groß Breesen

September 1939 Ruth Hirschberg auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Skaby in Friedersdorf
27.6.1940 Ludwig Hirschberg aus dem Hachschara Gut Skaby, Friedersdorf angemeldet im Lager Paderborn
Riga
1941 Ruth mit den Eltern und Bruder Ludwig verbracht nach Kassel
8.12.1941 über Nacht im Sammellager Turnhalle Wörthschule, Schillerstraße

9.12.1941 Deportation mit 10 Familienmitgliedern Transport Da36 von Kassel nach Riga
Bahnfahrt über Berlin, Breslau, Posen, Königsberg, Riga- Skirotawa mit 1022 Juden
12.12.1941 Ankunft Skirotawa; Fußmarsch ins Ghetto Riga bei 40 Grad minus
2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer
3. November 1943 Auflösung des Ghetto Riga
Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga
Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof
6.8.-9.8.1944 Erster großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig
28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig
1.10.1944 Ruth mit Bruder Ludwig in Stutthof erfasst
Befreiung 1945 Ort und Datum unklar
1.4.1945 Tod von Ruth Hirschberg in Warschau
Nachkriegszeit
29.10.-11.11.1947 Bruder Ludwig mit Frau und Sohn Egon auf dem Marinetransporter USS MARINE FLASHER von Bremen nach New York
Gedenken
Quellen
Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316