Voos Ruth

Ruth Voos

*19.6.1923 in Köln; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Jakob Sally Elias Voos *12.1.1899 in Frechen; ✡24.7.1942 in Maly Trostinec

Mutter Helena Levie *6.11.1897 in Gymnich; ✡ 1.6.1929 in Gymnich

Stiefmutter Berta Winter *2.7.1894 in Glessen; ✡24.7.1942 in Maly Trostinec

Halbgeschwister

Erich Voos *22.6.1936 in Gymnich; ✡24.7.1942 in Maly Trostinec

Ruth Regina Voos *6.12.1937 in Gymnich; ✡24.7.1942 in Maly Trostinec

Berl Voos *28.1.1939 in Köln; ✡ nach 1941 Riga ?

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Köln, Agrippastraße 10 (jüdisches Lehrlingsheim)

Heirat  –

Kinder

Weiterer Lebensweg

1.6.1929 Tod der Mutter in Gymnich; der Tod wird angezeigt durch den Vater Viehhändler Jakob Voos

Novemberpogrom

Vater Jakob Voos verhaftet als „Aktionsjude“

7.12.1938 Internierung im KL Dachau, Häftlingsnummer 31531

6.4.1939 Entlassung aus dem KL Dachau

Ruth Voos wohnte zuvor im jüdischen Lehrlingsheim in Köln, Agrippastraße 10

Kindertransport

4.1.1939 Kindertransport ab Berlin über Bielefeld, Rheine nach Amsterdam

4.1.1939 es wurden drei Gruppen gebildet

– Dommelhuis Eindhoven nur Jungen

– Losser K.L. Smitoord nur Mädchen, 40 Mädchen bereits in Oldenzaal ausgestiegen

– Zeehuis Bergen aan Zee gemischt Jungen und Mädchen

4.1.1939 Ankunft von Ruth Voos im Zeehuis, Verspijckweg 5, Bergen aan Zee

23.3.1939 Auflösung des Zeehuis in Bergen, die Kinder werden auf das christliche Burgerweeshuis in Amsterdam (ein Flügel wurde zur Verfügung gestellt) – und „Ons Boschhuis“ in Driebergen verteilt

23.3.1939 Ruth Voos in „Ons Boschhuis“, Arnhemschebovenweg 235, Driebergen-Rijssenburg

Jeugdalijah

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige.

Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden.

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde die Bewohner kurzfristig nach Alkmaar evakuiert. 99 Bewohner fanden hier Zuflucht.

10.9.1939 Ruth Voos in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“

Alija nach Palästina im Frühjahr 1940

Die Studentenzertifikate B (III) der Jugendalija

6.2.1940 Ausstellung der Britischen Visa in Den Haag

9.2.1940 Abmeldung der ersten Alija-Gruppe aus Loosdrecht mit Ellen Grünewald Leonard Hausmann, Eva Rawraway, Kurt Rohringer, Georg Reiss und Walter Saphir.

22.2.1940 Ankunft der ersten Gruppe auf der SS PROVIDENCE von Marseille nach Haifa. An Bord der PROVIDENCE sind 34 Chaluzim.

Die SS PATRIA und PROVIDENCE waren Schwesterschiffe mit dem Heimathafen Marseille.

Passagierliste der PROVIDENCE (Ausschnitt) mit den Chawerim
Walter Saphir (Nr. 49), Eva Rawraway (56), Georg Reiss (59), Kurt Rohringer (60)

15.3.1940 Die zweite Gruppe von 6 Chaluzim aus Loosdrecht bricht auf zur Alija nach Palästina ausgestattet mit Studentenzertifikaten B (III) der Jugendalija, ausgestellt am 29.2.1940 in den Den Haag:, Günter Herz, Manfred Hirschberg, Mina Landwirth, Leon Meller, Maximilian Nussbaum, Ruth Voos

24.3.1940 Ankunft in Haifa von insgesamt 71 Chaluzim auf der SS PATRIA

Maly Trostinec

Anordnung der Gestapo Köln an die Landräte in Euskirchen, Bergheim, Siegburg, Gummersbach, Köln und Bergisch-Gladbach alle zu Deportierenden am 19.7.1942, 10-15 Uhr in das Sammellager Westhalle der Messehalle in Köln-Deutz zu verbringen; die Kölner Juden kamen aus dem Lagern Bardenberg, Müngersdorf und Much sowie den Judenhäusern.

19.7.1942 Vater Jakob mit Frau Bertha und den drei Halbgeschwistern von Gymnich nach Köln Deutz

„Wir kehren wieder“, sangen die Kleinen aus dem jüdischen Kinderheim.

20.7.1942 Abfahrt vom Nebenbahnhof Deutz in 3. Klasse-Personenwagen; auf dem Transport befanden sich 1164 Juden, darunter 118 Kinder im Alter unter zehn Jahren.

24.7.1942 Nach Ankunft in Maly Trostinec wurde der gesamte Transport auf LKW zu einer, zuvor von russischen Kriegsgefangenen und Minsker Juden ausgehobenen 40x5x4 Meter großen Grube im Wald von Blagowschtschina gefahren. SS-Leute und Polizisten erschossen alle direkt am Grubenrand.

Gedenken –

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

http://www.dokin.nl/surviving_children/ruth-voos-born-19-jun-1923/

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de996036

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1007916

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1212127

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420720_14.jpg

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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