Weiss Wolfgang

*29.3.1924 in Boich, Kreuzau, Köln; ✡ 27.3.2010 in Jerusalem

Staatsangehörigkeit  deutsch; staatenlos

Religion jüdisch

Vater Jupp Weiss *16.5.1893 in Flamersheim; ✡12.9.1976 Jerusalem

Heirat der Eltern 6.8.1922 in Krefeld

Mutter Erna Falk *2.7.1893 in Krefeld; ✡6.5.1945 in Tröbitz

Zweite Ehe des Vaters 18.6.1947 in Amsterdam mit Helena Soep (1907-1995)

Geschwister

Klaus Albert Weiss/ Aharon Zachor *1928 ; ✡ 8.2.1989; oo Klara Jakubowicz (1939-2006)

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Köln; Amsterdam; Gouda; Jerusalem

Heirat 23.6.1952 in Jerusalem mit Josephine Jina Joke Soep *1934 in Amsterdam; 2020 Beit Ha‘Kerem

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

14.7.1933 Emigration von Wolfgang Weisz mit den Eltern und Bruder Klaus von Köln nach Amsterdam

28.9.1933 Umzug nach Bloemendaal, Aerdenhout, Dahlialaan 44

16.9.1940 Umzug der Familie nach Hilversum

Drei Jahre HBS (Hogere burger school)

1939 Besuch der Tuinbouw School

Assisistent der Leitung der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding J.C.B.

1.10.1940 Eintritt in die Farm Catarinahoeve

Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catarinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine Schenkung/Legat über 80000 Gulden von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige. Als Betriebsleiter wurde J. Middelburg eingestellt.  Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB. Die Leitung der Gruppe übernahm das Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig.

April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Daraufhin tauchen viele unter.

1.6.1943 wird der Betrieb eingestellt und der Betriebsleiter entlassen

Catarinahoeve 1942 Im Zentrum Jansje und Manfred Litten; links Ehepaar Jan Middelburg mit Tochter Ada;
hinten von links Claes Schönfeld, Heinz, 4. von links Wolfgang Sjal Weiss, 9. Judith Herzberg;
außerdem Jette Aalsveld, Herbert Asch, Gabriel Cohen, Isaac Nico Goudsmit, Abraham Hamburger, Fritz Adolf Heinemann, Martijn Koppel, Leib Laub, Ernst Simon Oppenheim, Franz Hermann Selig Plato, Henriette Roos, Israel Tiefenbrunner

Westerbork – Bergen Belsen – Tröbitz

29.1.1942 Einweisung der Eltern mit Bruder Klaus in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

Wolfgang Weiss war nicht in Westerbork; er überlebte als „onderduiker“ im Versteck

Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

Der erste Transport hatte ursprünglich das Ziel Theresienstadt „Transport XXIV/3“, wird aber zunächst nach Bergen-Belsen umgeleitet, um dann am 27.1.1944 nach Theresienstadt zu kommen.

14.1.1944 Eltern und Bruder auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen.

Im Sternlager wird Vater Jupp Weiss Judenältester.

Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt

6.-11.4.1945 Die Lager- SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager

Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.

6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, darunter auch die Familie von Josefine Soep

13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.

9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt

Der Verlorene Zug

10.-23.4.1945 Jupp Weiss mit Frau Erna und Sohn Klaus auf dem dritten, dem „verlorenen Zug“

Er nimmt seine Aufzeichnungen über die im Sternlager verstorbenen Häftlinge mit; diese bilden später die Grundlage der „Lijst van Overledenen van het Sternlager te Bergen-Belsen“

Die Irrfahrt des dritten, des „verlorenen Zuges“ mit 2400 Menschen endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen

Befreiung von Josef, Erna und Klaus Weiss in Tröbitz durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.

6.5.1945 Tod der Mutter in Tröbitz

Beisetzung der Mutter auf dem Gemeindefriedhof in Tröbitz

Nachkriegszeit

24.8.1949 Vater Josef mit der zweiten Frau Frau Helene und deren Tochter Joke Soep abgemeldet nach Haifa

23.6.1952 Heirat von Wolfgang Weiss in Jerusalem mit Josephine Jina Joke Soep

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398162

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Soep%20Josephine%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Weisz%201893%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Soep%201901%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398106

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398253

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130376876

Charles Hess, Personal Memoir of Charles Hess, 1946

Geschwister Birnbaum, Die Erinnerungen, wie Pappi sie geschrieben hat, Bergen-Belsen Archiv

Coos Wever, The lost train; Masterarbeit, Universität Haifa, 2020

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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