Cohen Gabriel

Gabriel Cohen

*6.1.1924 in Kalkar, Kleve; ✡ 4.6.1943 in Sobibor

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Hugo Cohen *28.4.1893 in Kalkar; ✡ 2.3.1942 in Bernburg/Saale

Paula Cohen mit ihren Söhnen

Mutter Paula Kaufmann *6.7.1889 in Rheurdt; ✡ 28.11.1944 in Stutthof

Gabriel und Werner mit den Großeltern Cohen

Großeltern Malchen Oppenheimer (1857-1936) und Abraham Cohen(1861-1943)

Geschwister

Werner Cohen *6.3.1921 in Kalkar; ✡6.7.2018 in Buenos Aires; oo 1950 Eugenia Pugliese

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Kalkar; Goch, Weezer Straße; Kalkar, Markt 4; Dinslaken; Catharinahoeve in Gouda

Heirat   ledig

Kinder keine

Weiterer Lebensweg

1935 -1939 Vater im Gefängnis Lüttringhausen wegen Beschäftigung eines „arischen“ Arbeiters

Gabriel Cohen in Jüdische Waisenheim Dinslaken

11.11.1939 Ankunft von Bruder Werner in Argentinien

Novemberpogrom

1011.1938 im Pogrom wird das Waisenhaus verwüstet, 32 Kinder aus der Stadt getrieben, vorläufige Unterbringung im Israelitischen Waisenhaus Köln-Braunsfeld, Aachener Str. 443

20.12.1938 Ankunft der Kinder im Waisenhaus Brüssel

Januar 1939 „Villa Johanna“ im Badeort Middelkerke bei Ostende

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

30.8.1939 Gabriel Cohen zur Hachschara aus Belgien nach Gouda in die Niederlande

Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.

Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.

Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.

Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.

1940: v.l.Roza Pinkhof, Manfred Samson, Salomon Friedmann, Jansje (Schoschana) Litten-Serlui, Gerrit Philip Goudsmit, Bernhard Asscher, Isaäc Nico Goudsmit, Hedy Kalmar, Gabriel Cohen, Schalom Wolfgang Weiss
sitzend: Fanny Feingersch, Bernhard Alfred Mayer, Eric Mossel; Fotoalbum Levisson

1941 nach dem Rücktritt von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.


Gouda 1942 Vorn von links: Claes Schönfeld, Herbert Asch, Ehepaar Jan Middelburg mit Tochter, Ada Jansje und Manfred Litten; Jette Aalsvel, Isaac Goudsmit
hinten von links: Israel Tiefenbrunner, ?, . Wolfgang Weis, Nico Goudsmit, ?. Ernst Oppenheim 9. Judith Herzberg, Gabriel Cohen;
Außerdem Herbert Asch, Gabriel Cohen, Abraham Hamburger, Fritz Adolf Heinemann, Martijn Koppel, Leib Laub, Ernst Simon Oppenheim, Franz Hermann Selig Plato, Henriette Roos, Israel Tiefenbrunner

30.3.1942 Gabriel Cohen nach Amsterdam, Vechtstraat 5

Großvater Abraham im Pflegeheim „Joodse Invalide“ in Amsterdam

Kamp Westerbork

2.3.1943 Großvater Abraham in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

10.3.1943 Großvater Abraham Cohen auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz

26.5.1943 Gabriel Cohen als Strafgefangener in das Kamp Westerbork

1.6.1943 Gabriel Cohen auf dem Transport mit 3006 Gefangenen von Westerbork nach Sobibor

Tod von Gabriel Cohen in Sobibor

Ghetto Riga

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo für die Mutter in Duisburg

Sammellager Viehhallen Schlachthof Düsseldorf

11.12.1941 Mutter Paula deportiert mit 1007 Juden ab Düsseldorf => Riga

13.12.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga;

3. November 1943 Auflösung des Ghetto Riga

Außen-Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof, darunter noch 14 Juden aus Moers

6.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

28.11.1944 Tod der Mutter in Stutthof

Buchenwald – Häftlingseuthanasie 14f13 in Bernburg

Vater Hugo verurteilt zu 4 Jahren Haft wegen „Notzucht“ (Vergewaltigung)

1935 -1939 Vater im Gefängnis Lüttringhausen (laut lokalem Bericht wegen Beschäftigung eines „arischen Arbeiters“)

15.3.1941 Vater Hugo im Polizeigefängnis Duisburg

9.5.1941 Eingewiesen in das KL Buchenwald

Arbeitskommandos Steinbruch (53), Lagerstraße/Straßenbau (41)

November/Dezember 1941 Selektion durch die „Euthanasie“-Gutachterkommission unter Dr. med. Fritz Mennecke

1942 alle Juden werden zur erneuten Selektion in den
Häftlingskrankenbau befohlen. Lagerarzt Dr. Hoven stand breitbeinig auf dem Tisch, während die jüdischen Männer vorbeimarschierten.

Der kommunistische Kapo Heinrich Weingärtner muss die Häftlingsnamen der für Zwangsarbeit ungeeigneten notieren.

Max Chodorow Nr. 40, Hugo Cohen Nr. 42, alphabetische Transportliste I nach Bernburg

2.3.1942 „Transport I“ der ersten 90 Häftlinge mit grauen Bussen nach Bernburg a.d. Saale, Tötungsanstalt geordnet nach dem Alphabet von Abraham, Max (Nr. 1) bis Fuchs, Ernst (Nr. 90)

„Am 2. März 1942 fuhren morgens beim Zählappell Lastkraftwagen vor dem Lagertor auf. 90 Jüdische Häftlinge mußten auf Transport. An drei Tagen wiederholte sich das.“

5.3.1942 schreibt Assistent Gerhard Godenschweig für Dr. Irmfried Eberl aus der Tötungsanstalt Bernburg an den Lagerkommandanten von Buchenwald:

„Mit unserem Schreiben vom 3. d. M. baten wir Sie, die restlichen 36 Häftlinge uns anläßlich des letzten Transportes zur Verfügung zu stellen. Infolge der Abwesenheit unseres Chefarztes (Dr. Eberl), der bei diesen Häftlingen die ärztliche Begutachtung vorzunehmen hat, bitten wir Sie, dieselben nicht am 18. März 1942, sondern bereits beim Transport vom 11. März 1942 mitzugeben … „

Gedenken

10.6.2022 Stolpersteine für Gabriel, Werner und die Mutter, Goch, Markt 4

12/2023 Stolpersteine für Vater Hugo Cohen in Goch, Markt 4

7.5.1955 Pages of Testimony für Gabriel, Hugo und Paula Cohen von Cousine Chana Leib

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5692581

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130272081

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411211-7.jpg

Gabriel Cohen (born 6 January 1924)

https://www.stolpersteine-dinslaken-ev.de/?q=node/18

https://www.joodsmonument.nl/nl/page/224422/gabriel-cohen

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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