Abraham Michael Herzberg
*1.4.1924 in Amsterdam; ✡8.8.2020 in Beer Sheva
Staatsangehörigkeit niederländisch-
Religion jüdisch
Vater Abel Jacob Herzberg *17.9.1883 Amsterdam; ✡19.5.1989 in Amsterdam
Heirat der Eltern 20.2.1923 Amsterdam
Mutter Thea Loeb *9.3.1897 ; ✡ 30.7.1991
Onkel
Wilhelm Spiegel *22.6.1876 Gelsenkirchen; ✡12.3.1933 in Kiel; oo Emma Loeb (1888-1935)
Dr. Jacques Jas Tas*15.7.1892 in Amsterdam; ✡24.12.1978 ASD; oo Frida Herzberg
Geschwister
Elisabeth Esther Herzberg *30.3.1926 in Amsterdam; ✡ 2007 Israel; oo Ehrlich
Judith Frieda Lina Herzberg *4.11.1935; oo Willem van Leeuwen
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Amsterdam; Werkdorp Wieringermeer; Catharinahoeve in Gouda
Heirat Minzly
Kinder drei
Weiterer Lebensweg
Die Ermordung des Onkels
12.3.1933 Onkel Wilhelm Spiegel SPD-Politiker, Rechtsanwalt von SS und SA-Mann erschossen in seiner Wohnung in Kiel
1934-1939 Vater Abel Vorsitzender des Niederländischen Zionisten Bundes
Anfang 1939 beide Eltern als Touristen für einen Monat nach Palästina, haben aber nicht die nötigen Mittel, um ein Kapitalisten-Zertifikat der Kategorie A bezahlen zu können
3.2.1941 Tod des Großvaters Abraham Herzberg in Amsterdam
Joodse Werkdorp Nieuwesluis

August 1940- März 1941 Vater Abel Direktor des Joodse Werkdorp
19.9.1940 die Familie zieht ins Werkdorp; Esther und Schwester Judith zur Hachschara
Auflösung des Werkdorp
20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:
„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.
13.5.1941 Esther Herzberg offiziell abgemeldet aus dem Werkdorp; sie geht zur weiteren Hachschara in die Jeugdfarm in Gouda; dort ist auch ihr Bruder Abraham
11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer
1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes
6.8.1941 Schwester Judith mit den Eltern nach Blaricum, Slingerweg 5
Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda
Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.
Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.
Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.
Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.
1941 nach dem Rücktritt von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.

hinten von links Bram Andriesse, Roza Pinkhof, Wolfgang Weiss, Norbert Israel Hellman, Margit Lichtenstern, Abraham Hamburger, Esther Elisabeth Herzberg, Klaus Schoenbeek, Abraham Michael Herzberg

vorn Gideon Litten, Roza Pinkhof, Hedy Kalmar; Fotoalbum Levisson
April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Daraufhin tauchen viele unter.
Shoshana Litten sucht entgegen der Anweisung der Vorstandsvorsitzenden für die Chaluzim Versteckplätze. Durch eine vom Krankenhaus Gouda angeordnete Quarantäne wegen eines angeblichen Ausbruch einer Dysenterie im Lager können die Deportationen noch für acht Wochen aufgehalten werden.
1.6.1943 wird der Betrieb eingestellt und der Betriebsleiter entlassen
Barneveld
17.2.1943 Vater Abel auf der „Frederiks-Liste II“ „Barneveld-Liste“ des Staatssekretär des Inneren K.J. Frederik; insgesamt war für diese Liste ein Limit von 700 Personen vorgeschrieben; die Personen der Frederiks-Liste wurden im
Schloss De Schaffelaar und im ehemaligen Arbeitslager De Biezen bei Barneveld interniert.
1.3.1943 Familie Abel in Barneveld im „Joods Tehuis Biezen interniert,
29.9.1943 50 OD-Männer und 170 der „Notbereitschaft“ (Lagerpolizei von Westerbork) abkommandiert zur Überführung der „Barneveld-Gruppe“ nach Westerbork
29.9.1943 nach Westerbork, Räumung Barneveld; die drei Kinder flüchten und können untertauchen
Die drei Geschwister überleben die Besatzungszeit im Versteck.
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
11.-12.1.1944 beide Eltern auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
Verlorener Zug
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
Abel Herzberg Repräsentant der niederländischen Juden in Bergen-Belsen und auf dem Transport
23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz.
Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
7.8.1945 die Eltern wieder zurück in Amsterdam
Nachkriegszeit

10.12.1946 Abraham mit Schwester Esther Herzberg auf der SS OCEAN VIGOUR von Marseille nach Haifa
Gedenken
Pages of Testimony
Grabstein für
Quellen
https://www.myheritage.de/research
https://en.wikipedia.org/wiki/Abel_Herzberg
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Abel%20Herzberg%22%7D
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Spiegel
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947