James genannt Hans Carle; geb als James Grünstein
*3.7.1899 in Frankfurt; ✡ 15.11.1950
Religion jüdisch
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Nathan Moritz Grünstein, gen. Carle *14.4.1872 in Mainz; ✡11.10.1942 Theresienstadt
Mutter Margarete Salomon *22.4.1871 Berlin; ✡ 9.2.1943 Theresienstadt
Geschwister
Charlotte Carle *1901 in Berlin; ✡1943 in Auschwitz
Alice Carle *1902 in Berlin; ✡1943 in Auschwitz
Beruf Schauspieler; Zimmermann, Schreiner
Adressen Frankfurt; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer
Heirat Frieda Sommer *22.2.1905 in Hamburg
Kinder
Gil Carle *18.10.1947 in Tel Aviv
Weiterer Lebensweg
1917/18 Hans Carle als Schauspieler am Städtischen Theater in Bad Homburg; hier könnte er Frieda Sommer kennengelernt haben.
Esfolgen zahlreiche Engagemenzs an den verschieden Bühnen: Küstrin (1919/20), Gleiwitz (1920/21), Basel (1921/22), Pilsen (1922/23), Halberstadt (1923/24, 1925/26), Hagen (1924/25), Recklinghausen (1926/27), Hannover (1927/28), München (1929-31) und Kreuzburg (1932/33)
In Recklinghausen spielter zusammen mit Theo Lingen
4.7.1933 James Carle Passausstellung in München
21.10.1933 Passausstellung für Frieda Sommer in Bad Homburg
Der Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis
März 1934 James Carle als Zimmermann zum Aufbau des Werkdorp Nieuwe Sluis

24.4.1934 James Carle angemeldet in Barsingerhorn
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
24.12.1935 Frieda Sommer abgemeldet aus Barsingerhorn nach Palästina
– James Carle abgemeldet aus Barsingerhorn nach Palästina
27.7.1936 Ankunft von James Carle in Haifa mit einem Kapitalistenzertifikat der Kategorie A(1)
13.1.1936 Ankunft von Frieda Sommer mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
2.12.1936 (?) James Carle offiziell nach San Francisco


31.12.1938 James Carle und Frieda Sommer auf der Palästina-Emigrantenliste des Werkdorps
Minderheitenzählung
17.5.1939 die Eltern und beide Schwestern in Berlin, Beuthstraße 10
Theresienstadt

August 1942 beide Eltern auf dem 43. Alterstransport von Berlin ins Ghetto Theresienstadt

11.10.1942 Tod des Vaters in Theresienstadt
9.2.1943 Tod der Mutter in Theresienstadt
Untertauchen in Berlin
Anfang 1943 gehen die beiden Schwestern in einem Vorort von Berlin in ein Versteck; sie werden aber verhaftet und nach den obligatorischen Verhören durch die Gestapo deportiert

10.9.1943 beide Schwestern auf dem 42. Osttransport mit 52 Juden nach Auschwitz
Nachkriegszeit
31.12.1947 Einbürgerung von James und Frieda Carle in Palästina
15.11.1950 Tod des Ehemanns James Carle in Tel Aviv
26.2.1952 Emigration der Witwe mit Sohn Gil nach New York, USA
Gedenken
Quellen
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
Raimund Wolfert, Biografie von James Carle, 2021
https://frankfurter-personenlexikon.de/node/12102
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316