Arnold Lindenheim
*25.11.1919 in Berlin; ✡14.4.1945 Mühldorf, Außenlager von KL Dachau
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Dr. med. Hans Kurt Lindenheim *16.5.1880 in Berlin; ✡18.5.1944 Auschwitz
Mutter Rosa Segall *9.8.1884 in Berlin; ✡18.5.1944 Auschwitz
Geschwister
Ernst Friedrich Lindenheim *23.2.1916 in Berlin; ✡ 10.7.1943 in Auschwitz; oo Henriette Sommer (*26.5.1917 in Bad Homburg; ✡1943 Auschwitz)
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Berlin; Neuendorf
Heirat ledig
Kinder keine
Weiterer Lebensweg
Juni 1935 Ernst Lindenheim mit einer jüdischen Jugendgruppe als „Führer“ auf Fahrt in Görzke im Bezirk Magdeburg
Die Gestapo des Regierungsbezirks Magdeburg berichtet am 5. Juli 1935 über den Monat Juni 1935
„Über das Auftreten geschlossener jüdischer Jugendverbände in einheitlicher Tracht in Görzke, Krs. Jerichow I, habe ich bereits unter dem 17.6.35 berichtet. Es handelte sich um Angehörige des jüdischen “Turn- und Sportvereins 05“ aus Berlin. Der Führer, Ernst Lindenheim, Berlin-Charlottenburg, Berlinerstr. 15/16, war im Besitze eines Führerausweises Nr. 21, der mit dem Siegel “Reichsausschuß jüdischer Jugendverbände , Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158“ versehen war. Die jüdischen Jugendlichen sollen in der Umgebung des Dorfes Görzke Exerzierübungen abgehalten haben. Diese Vermutung wurde durch das Auffinden von Ausbildungsheften für Geländespiele, Geländesport, Exerzieren, Kommandieren pp. bestätigt. Ermittlungen über die geländesportlichen Veranstaltungen sind noch im Gange.“

24.3.1937 Alphabetisches Verzeichnis jüdischer Ärzte in Gross-Berlin
Novemberpogrom
10.11.1938 Vater Hans-Kurt verhaftet im Novemberpogrom, „Schutzhaft“ in Sachsenhausen
16.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Arnold, Vater Hans Kurt, Mutter Rosa und Bruder Ernst in Berlin Charlottenburg, Konstanzer Straße 51
Landwerk Ahrensdorf
Bruder Ernst zur Hachschara ins Landwerk Ahrensdorf, Pfadfinderbund Makkabi HaZair
August 1939 Adi Falkenstein berichtet, dass Herbert Growald Madrich in Ahrensdorf war, seine Jungengruppe von Ernst Schäfer und eine weiter zweite von Madrich „Ernst Lindenthal“, geleitet wurde:
„Wenn ich mich richtig erinnere, war er als einziger von uns mit einem Mädel von uns, mit Ruth Effenberg, verlobt. Das war aber wirklich die Ausnahme.“
Ein Madrich Ernst Lindenthal war nicht in Ahrensdorf, wohl aber Ernst Lindenheim
Ernst Lindenheim verlobt mit Ruth Effenberger*9.10.1919 in Berlin; ✡ 25.11.1940 ertrunken bei der PATRIA-Katastrophe in Haifa
Landwerk Neuendorf
8.2.1941 Arnold Lindenheim zur Hachschara im Landwerk Neuendorf

29.4.1941 zurück aus Neuendorf zu den Eltern, Berlin, Konstanzer Straße 51
Fabrikaktion – Räumung von Gut Winkel-31. Osttransport Berlin Auschwitz
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
Juli -September 1941 Auflösung des Hachscharalagers Ahrensdorf; Verlegung der meisten Ahrensdorfer Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande ;
Ernst Lindenheim nach Spreenhagen in das Lehrgut Winkel
Zwischen Juni 1941 und der Fabrikaktion im März 1943 bestand Gut Winkel als Arbeitseinsatzlager
Ernst und Henriette Lindenheim bis 1943 im Arbeitseinsatzlager Gut Winkel
November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert, um den Arbeitskräftebedarf im Nebenlager Buna zu decken.

1.3.1943 Auflösung von Gut Winkel; Henriette und Ernst Lindenheim mit 19 Chaluzim aus Gut Winkel auf dem 31.Osttransport Berlin Auschwitz, u.a. mit Hilde und Sally Rose

1.3.1943 Deportation nach Auschwitz; am 2.3. wurden im Konzentrationslager Auschwitz lediglich 677 jüdische Häftlinge als arbeitsfähig neu registriert, davon 292 Männer und 385 Frauen. Die übrigen 1059 Männer, Frauen und Kinder des 31. Osttransports wurden demnach sofort ermordet.

6.3.1943 Arnold Lindenheim auf dem 35. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Fernspruch aus dem Konzentrationslager Auschwitz an das SS-WVHA:
„Transport aus Berlin, Eingang 7.3.43, Gesamtstärke 690 einschliesslich 25 Schutzhäftlingen. Zum Arbeitseinsatz gelangten 153 Männer u. 25 Schutzhäftlinge (Buna) und 65 Frauen. Sonderbehandelt wurden 30 Männer u. 417 Frauen u. Kinder.“
7.3.1943 Arnold wird selektiert zur Zwangsarbeit in BUNA Monowitz; er bekommt die Auschwitz-Häftlingsnummer 107257 in den linken Unterarm tätowiert
10.7.1943 Tod von Bruder Ernst in Auschwitz; laut Gedenkblatt von Hanni Baumgarten ist Ernst Lindenheim in Auschwitz umgekommen
18.1.1945 Evakuierung der Auschwitzlager
18.-21.1.1945 Todesmärsche nach Gleiwitz
21.-28.1.1945 Arnold Lindenheim mit Bahntransport in Güterwaggons nach Dachau

21.2.1945 Verlegung von Arnold Lindenheim in das Außenlager Mühldorf

19.3.1945 Aufnahme von Arnold Lindenheim ins Krankenrevier

14.4.1945 Tod von Arnold Lindenheim im Außenlager Mühldorf (Mettenheim-Hart
Berlin-Theresienstadt-Auschwitz

3.-4.10.1942 beide Eltern auf dem 3. Großen Alterstransport I/71 mit 1022 Juden von Berlin nach Theresienstadt

16.5.1944 beide Eltern auf dem Transport E a mit 2500 Juden von Theresienstadt nach Auschwitz
18.5.1944 Tod der Eltern in Auschwitz
Gedenken
1.9.1970 Pages of Testimony für Henriette und Ernst Lindenheim von dessen 3. Cousin John Henry Richter
14.4.2000 Page of Testimony für Ernst Lindenthal von Khana Friedmann/Hanni Baumgarten
Quellen
Grabstein für
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1108568
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1108436
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1108486
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1108508
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1108546
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot31.html
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_gat3.html
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot35.html
https://www.jugend1918-1945.de/ND/default.aspx?root=18383&id=39309
Jüd. Adressbuch Groß-Berlin 1929/30
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11245515
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11245517
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70166973
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058877
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058880
ttps://collections.arolsen-archives.org/de/document/129637312
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10696700
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11194505
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11216196
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11245514
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939