Hermann Senft
*14.3.1916 in Chemnitz; ✡10.2.2006 in Denver
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Hanoch Senft *23.11.1884 in Sedziszow; ✡ 16.3.1940
Heirat der Eltern
Mutter Ester Malke Brill *22.4.1884 Rybnik; ✡ 5.3.1943 in Auschwitz
Geschwister –
Beruf Landarbeiter
Adressen Chemnitz; Berlin, Linienstraße 220; Urfeld; Denver
Heirat –
Kinder –
–
Weiterer Lebensweg
Hachschara in Urfeld
22.5.1935 Hermann Senft aus Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Alija
16.6.1936 Hermann Senft abgemeldet aus Urfeld nach Berlin

13.7.1936 Ankunft von Hermann Senft auf der SS PALESTINA in Haifa

20.8.1938 Onkel Feiwel Senft mit Frau und Kindern auf der SS STATENDAM von Rotterdm nach New York
Minderheitenzählung
17.5.1939 die Eltern Henoch und Ester Senft erfasst in Berlin Mitte, Linienstraße 220
17.5.1939 Onkel Hersch Senft im Gefängnis Bautzen/ Berlin Münzstraße 23
Die zweite Polenaktion
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
7.9.1939 reichsweite Verhaftung jüdischer Männer mit polnischen Wurzeln als „feindliche Ausländer“
13.9.1939 Vater Henoch verhaftet in Berlin
31.10.1939 Vater Henoch und Onkel Hersch Senft eingewiesen in das KL Sachsenhausen
16.3.1940 Tod des Vaters Henoch in Sachsenhausen
6.9.1940 Onkel Hersch überstellt in das KL Dachau
2.6.1942 Tod des Onkels Hersch in Dachau
Flucht nach Italien
2.2.1941 Cousine Feige Gittel emigriert nach Italien; Palästina
Auschwitz
3.2.1943 Mutter Ester mit 952 Deportierten auf dem 28. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Nachkriegszeit
1977 Hermann Senft in Denver, USA
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1159866
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1159912
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History