Silber Gisela

Gisela Silber

*4.3.1923 in Bremen; ✡ 1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit (polnisch) staatenlos

Religion jüdisch

Vater Leo Rosenbaum

Heirat der Eltern

Mutter Marie Silber; ✡  

Geschwister

Beruf  Landarbeiterin

Adressen Bremen; Berlin, Pariser Straße 4 Keibelstraße 3; Urfeld; Skaby; Neuendorf; Kersdorf

Heirat ledig

Kinder Zilla Silber *2.4.1942 in Berlin; ✡ 1943 in Auschwitz

Weiterer Lebensweg

Ostern 1929 Einschulung in Bremen

Umzug nach Emden

8.8.1934 Zuzug aus Emden nach Berlin, Pariser Straße 4, als Kind bei Eik

Minderheitenzählung

17.5.1939 Gisela Silber erfasst in Berlin, Keibelstraße 3

Hachschara in Urfeld

5.8.1939 Gisela Silber von Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

Auflösung in Urfeld

Wegen der anstehenden Auflösung des Lagers Urfeld gehen Chaluzim wie Fanny Hochmann mit Manfred Reinhold und anderen aus Urfeld zur Einzelhachschara in die Niederlande

Juli 1939 Gerhard Rachwalsky als Madrich, Gert Böhm, Gregor Bronstein, Ellen Gaenser, Alfred Jordan, Charlotte Ständig mit etwa vier weiteren Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg mit etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

15.10. 1939 nach Auflösung des Lagers Urfeld wechseln 5 Chawerim direkt nach Paderborn: Heinz Becker, Karl-Heinz Goldstein, Emil Heilbronn, Hans Peter ScheierHans Werner Rabinowitz. Bis zum Schluss war Benny Paul Stein Madrich in Urfeld. Manfred Wolf folgt Benny Stein nach Schniebinchen, der dort bis Juli 1940 Leiter ist.

21.3.1940 Gisela Silber abgemeldet aus Urfeld nach Gut Skaby

Das Hachschara-Gut Skaby in Friedersdorf

Das Hachschara- Lager auf Gut Skaby in Friedersdorf, Kreis Beeskow bestand ab der Einrichtung im Mai 1939 für 40 Chawerim bis zur Auflösung 1943

7.3.42 eine Gruppe von acht Chaluzim verlässt Gut Skaby bei Friedersdorf zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf im Sande,: Harry Knopf (Madrich?), Bernhard Rausnitz, Walter Salomon, Günter Steinweg, Ursula Kuttner, Hilde Levy, Cilli Scher, Hanna Stern

Gisela Scheer geht ebenfalls nach Neuendorf, wird aber von dort in das Arbeitslager Kersdorf verlegt

27.2.1943 in der reichsweiten „Fabrikaktion“ werden alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert, so auch in den benachbarten Lagern Gut Winkel und Groß Breesen.

Deportation nach Auschwitz

18.4.1943 Auflösung der Hachscharalager Kersdorf bei Briesen und Neuendorf

18.4.1943 Deportiert aus Kersdorf bei Briesen, mit ihrer einjährigen Tochter Zilla und 126 jungen Juden aus den Forsteinsatzlagern der Region: Hasenfelde, Kersdorf, Kaisermühl, Jakobsdorf, Schönfelde, Wulkow, Bahlendorf und Neumühle (zusammen mit Lore Weinberg und Thea Schuster)

Adresse der Tochter Cilla ist das Jüd. Krankenhaus, Iranische Straße

19.4.1943 Gisela und Cilla Silber mit vielen Chaluzim aus Neuendorf und Kersdorf auf dem 37. Osttransport nach Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1160532

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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