
Abraham Adolf Mordche Tobias/Tobiasz
*21.1.1911 in Chrzanow; ✡ 12.11.2001
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Leopold Lewek Tobias *7.11.1882 in Chrzanow; ✡5/1939 in Krakau
Mutter Helene Lewy *21.1.1885 in Wisnicz; ✡12.10.1945 in Tel Aviv
Geschwister
Salomon Tobias *17.12.1909 in Chrzanow
Ella Tobias *20.6.1914 in Chrzamow
Vermutlich sind ebenfalls Geschwister die Mannheim geborenen Isidor (*1920), Heinrich (*1923):
Beruf –
Adressen Chrzanow; Mannheim; Urfeld;

Heirat Erika Ester Marcus *28.8.1915 in Harburg Wilhelmsburg
Schwager Aron Marcus * 16.12.1922 in Harburg, Wilhelmsburg; ✡6.4.1942 in Posen
Kinder
Jerachmiel Tobias *23.1.1938 in Petah Tikwa
Hagit Tobias *29.7.1947 in Rehovot
Weiterer Lebensweg
1.1.1933 Polnischer Pass für Abraham Tobias in der polnischen Botschaft in München
12.12.1934 Deutscher Pass für Erika Marcus in Hamburg Blankenese
Hachschara in Urfeld
16.8.1934 Abraham Tobias aus Mannheim zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
22.11.1934 Abraham Tobias abgemeldet aus Urfeld nach Mannheim
Alja
27.1.1935 abgemeldet aus Mannheim nach Palästina

3.2.1935 Ankunft von Abraham Tobias auf der SS ITALIA in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
15.4.1935 Ankunft der Mutter Helene auf der SS SATURNIA in Haifa
1.7.1935 Ankunft von Erika Marcus in Jaffa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
6.3.1936 Heirat von Abraham Tobias und Erika Marcus
10.9.1937 Schwester Ella nach Palästina
Polenaktion
28.10.1938 Vater Leo, Bruder Sali ausgewiesen aus Mannheim nach Zbaszyn
Nachkriegszeit
12.10.1945 Tod der Mutter Helene in Tel Aviv
26.5.1947 Einbürgerung der Familie von Abraham Tobias in Palästina
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History