Cilly Brauer
*29.9.1921 in Berlin; ✡ vor März 2026 in London
Staatsangehörigkeit polnisch/staatenlos
Religion jüdisch
Vater Simon Brauer *21.1.1881 in Kauen; ✡17.12.1942 Auschwitz
Mutter Rosa Stern *14.10.1887 in Frankfurt; ✡17.12.1942 Auschwitz
Geschwister
Albert Brauer *11.12.1918 in Berlin; ✡26.6.1972 in Düsseldorf
Regina Brauer *26.9.1925 in Berlin; ✡17.12.1942 Auschwitz
Beruf –
Adressen Berlin; Urfeld;

Heirat in London mit Alfred Haar; ✡1989
Kinder drei
Weiterer Lebensweg

Ostern 1927 Einschulung Besuch der damaligen Mädchenschule, heute Greifenhagener Straße 58
1934 Schulwechsel in die jüdische Mädchenschule in der Auguststraße
1934/35 Umzug von der Pappelallee 62 in die Metzer Straße 43
1935 Eintritt in die zionistische Jugendgruppe Habonim
Minderheitenzählung
17.5.1939 Cilly Brauer mit den Eltern und Geschwistern in Berlin Mitte, Keibelstraße 3
17.5.1939 Albert Brauer auch in Gut Winkel gemeldet

Hachschara in Urfeld
2.9.1939 Cilly Brauer aus Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Bruder Albert 1939 nach Tel Aviv
Bis zu ihrer Abreise nach England war sie mit Adolf Bender, dem besten Freund ihres Bruders Alfred eng befreundet/liiert. Sie bedauert, dass sie nicht auf ihn gewartet hat.
Emigration
28.9.1939 Cilly Brauer abgemeldet aus Urfeld nach England
Mit dem Zug ab Köln Hoek van Holland nach Dover; dann den „Kibbuz“- Zentrale des Hechaluz nach London
2 Jahre auf der Farm Little Bramingham bei Luton als Dienstmädchen mit Freundin Inge
Zurück nach London Ausbildung in der Krankenpflege am Lambeth-Hospital
25. Osttransport nach Auschwitz

14.12.1942 beide Eltern und Schwester Regina auf dem 25. Osttransport mit 811 Juden von Berlin davon 21 aus der Keibelstraße 3 (Sammellager im ehem. Verwaltungskomplex der Karstadt AG) und 48 Jugendliche aus dem Heim in der Rosenstr. 2-4 (sie erhielten die Transportnummern 444, 597-631 und 675-686), sowie 1 Person aus Gut Winkel und 18 aus dem Waldlager Britz bei Eberswalde.
Nachkriegszeit
18.9.1945 Suchanzeige für Adolf Bender durch Cilly Brauer, jetzt London, mit der Angabe, dass er 1941 in Feldschneidemühl war.
Gedenken
Schuldemokratiekurs der Thomas-Mann-Grundschule Berlin
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1051577
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1027538
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1027703
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207663
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076419
Schuldemokratiekurs der Thomas-Mann-Grundschule Berlin
http://www.youtube.com/watch?v=D0H_7ow-M2w
http://www.youtube.com/watch?v=h1gqVXpo_Nc
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History