
Abraham Mantel
*7.4.1913 in Wielopole;✡ ?
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Benjamin Wolf Mantel *17.10.1887 in Stryszow ,Galizien; ✡ 17.8.1942 Auschwitz
Mutter Rifka Rebecca Friedrich *1.1.1889 in Wielepole; ✡ ?
Geschwister
Leo Mantel *9.10.1911 in Köln; ✡25.9.1942 Auschwitz

Leib Mantel *5.8.1922 in Köln; ✡in Israel

Nathan Mantel/Adari *13.3.1924 in Köln; ✡ 10.4.2001 Hallandale
Helene Mantel *26.12.1925 in Köln; oo Lewy
Beruf landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Wielopole; Köln, Kaigasse;; Urfeld, Hauptstraße 78;

Heirat Leah Leja Gutmann *20.11.1914 in Sesuoly, Litauen
Kinder
Weiterer Lebensweg
2.9.1936 Ausstellung eines Passes in der polnischen Botschaft in Essen für Abraham und Leja Mantel
30.8.1938 Ausstellung eines Passes in der polnischen Botschaft in Köln für Leib Mantel
Hachschara in Urfeld
26.6.1935 Abraham Mantel aus Köln zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
11.3.1937 Abraham Mantel abgemeldet aus Urfeld nach Köln
21.7.1938 Bruder Leib Mantel aus Köln zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld
20.9.1938 Leib Mantel abgemeldet aus Urfeld nach Köln
Gehringshof
Das jüdische Umschulungslager Gehringshof
1938 Bruder Nathan zur Hachschara auf den Gehringshof
17.5.1939 Nathan Mantel mit 50 Bewohnern bei Minderheiten-Volkszählung auf dem Gehringshof
19.7.1939 Ausstellung eines Fremdenpasses für Nathan Mantel in Fulda
27.7.1939 Nathan Mantel abgemeldet aus dem Gehringshof, Hattenhof nach Palästina
31.7.1939 Ankunft von Nathan Mantel in Tel Aviv mit Studentenzertifikat B(III)
Alija

26.4.1937 Einreise von Abraham und Leja Mantel auf der SS JERUSALEM in Haifa mit Arbeiterzertifikaten des Hechaluz der Kategorie C/LS
3.4.1939 Einreise von Bruder Leib Mantel in Haifa mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
6.11.1942 Einbürgerung von Abraham und Leja Mantel in Palästina
7.8.1946 Einbürgerung von Leib Mantel in Palästina; Bruder Abraham als Unterstützer/Bürge
Polenaktion
28.10.1939 Ausweisung von Vater Benjamin und Bruder Leib nach Zbaszyn
1939 Vater Mutter Ryfka mit Schwester Helene und Bruder Leo fliehen nach Antwerpen
12.1.1940 Bruder Leo nach Antwerpen
Mai 1940 Familie Mantel abgeschoben nach Südfrankreich; zunächst nach Gurs,
März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.
August 1942 Vater Benjamin und Bruder Leo aus Rivesaltes ins Durchgangslager Drancy
Flucht der Mutter und Schwester Helene aus dem Lager Rivesaltes
12.8.1942 Leo Mantel auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz
14.8.1942 Vater Benjamin auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz
23.9.1942 Ankunft von Mutter Rifka mit Schwester Helene von Rivesaltes und Lyon in der Schweiz
Nachkriegszeit

22.6.1946 Einreise der Mutter Rebecca auf der SS KAIRO nach Haifa
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History