Ludwig Lilie
*29.11.1905 in Seligenstadt; ✡ 3.1. 1998 in Bronx, New York
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Gustav Akiba Lilie *16.10.1872 in Seligenstadt; ✡20.6.1924
Heirat der Eltern 8.2.1905 in Darmstadt
Mutter Settchen Simon *5.3.1877 in Darmstadt; ✡ 18.5.1944 in Auschwitz
Geschwister
Alice Lilie * 4.5.1907 in Seligenstadt; ✡ ?
David Richard Lilie *1.9.1909 in Seligenstadt; ✡ Israel
Rosel Lilie *19.5.1913 in Seligenstadt; ✡ 13.8.1953 USA; oo Hersch
Herta Lilie *1.8.1919 in Seligenstadt; ✡ Treblinka
Onkel Hermann Lilie *14.9.1877 in Seligenstadt; ✡11.7.1943 in Theresienstadt
Tante Karoline Stern *21.12.1883 in Wachenbuchen; ✡21.5.1944 in Auschwitz
Cousin Justin Lilie *11.8.1920 in Seligenstadt; Hachschara Paderborn; ✡ in Auschwitz
Beruf –
Adressen Seligenstadt; Hof Jägerslust bei Flensburg;
Heirat Lina Hess *20.12.1907 in Offenbach; 9.8.1991 in Bronx
Kinder
Stephan Gerhard Lilie *5.4.1943 in New York; ✡6.3.2014 in New York
Weiterer Lebensweg
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
1935 Ludwig Lilie zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Januar 1937 abgemeldet nach Frankfurt
Schweden
1938/1939 Emigration von Ludwig und Lina Lilie nach Schweden
September 1940 nach Ausstellung neuer Pässe in Göteborg mit zahlreichen Emigranten nach Yokohama, vermutlich mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok

31.10. 1940 auf der SS HEIAN MARU mit weiteren Chaluzim von Yokohama nach Seattle
Umzug nach New York
1943 Geburt des Sohnes Stephan in New York
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Mutter Settchen und Schwester Hertha in Seligenstadt, Große Salzstraße 10
17.5.1939 Schwester Hertha auf in Stuttgart, Wagenburgstraße 26
17.5.1939 Hermann, Karoline und Justin Lilie in Seligenstadt, Wolfstraße 9
17.5.1939 Karl Henriette und Jeannette Lilie in Seligenstadt, Wolfstraße 9
30.9.1943 Schwester Hertha nach Treblinka
Theresienstadt – Auschwitz
27.9.1942 Mutter Settchen mit Schwager Hermann Lilie und dessen FrauKaroline ab Darmstadt nach Theresienstadt; aus Seligenstadt insgesamt elf Personen

18.5.1944 Mutter Settchen auf dem Transport von Theresienstadt nach Auschwitz
Nachkriegszeit
Gedenken
Stolperstein für Settchen Lilie in Seligenstadt
Quellen
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11201599
Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.
Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316