Blumenfeld Aron

Aron Hirsz Blumenfeld

*26.11.1913 in Rava Ruska, Galizien; ✡ 16.7.1991 in Melbourne

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Moses Blumenfeld *22.9.1886 in Rawa Ruska; ✡ 1942

Mutter Sluwa Weissbach *1886; ✡ ?

Geschwister

Israel Blumenfeld/Sade *10.12.1912 in Rawa Ruska; ✡ 9.4.1991 Jerusalem; oo Betty Fischoff

Mali Blumenfeld *16.7.1916; ✡ ? vor 1945

Beruf Bankangestellter; Landarbeiter

Adressen Berlin, Veteranenstraße 18; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat

Etla Linzer *13.9.1913 in Tarnow; ✡1945

Lotti Levi *5.2.1912/1919 in Frankfurt; ✡16.7.1991 in Melbourne

Kinder

Blumenfeld; oo Holzman

Weiterer Lebensweg

Erste Polenaktion

28.10.1938 Schwester Mali mit dem Vater Moses abgeschoben aus Chemnitz nach Zbaszyn

Gut Winkel

Aron und Etla Blumenfeld zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

19. Juni 1941 Auflösung Gut Winkel wird vom Hachschara- zum Arbeitseinsatzlager

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Aron und Ettla Blumenfeld in Gut Winkel, Spreenhagen

September 1939 Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

Zweite Polenaktion

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Im Laufe des Jahres 1939 war es weiterhin zu zahlreichen Ausweisungen polnischer Juden gekommen. Jedoch nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen wurden Anfang September auf Befehl des Chefs der Sicherheitspolizei Reinhard Heydrich reichsweit systematisch die Rückkehrer und bisher nicht erfassten polnischen und staatenlosen Juden sowie auch die Funktionäre polnischer Verbände verhaftet und in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen interniert.

7.9.1939 FS-Erlass des Chefs der Sicherheitspolizei (SD) Himmler

7-9.9.1939 Anordnung per Funkspruch Juden mit polnischen Wurzeln als feindliche Ausländer zu verhaften

11.9.1939 Aron Blumenfeld verhaftet in Fangschleuse, Grünheide

„Schutzhaft“ ins Polizeigefängnis in Potsdam

17.10.1939 überstellt in das KL Buchenwald; „Judenblock“ 22; Arbeit im Krankenrevier

10.10.1940 Arbeitskommando 18 Fuhrkolonne I

8.5.1942 Arbeitskommando 44 Maurer SS-Unterkunft, Baukolonne II

10.10.1944 Arbeitskommando 45 „SS-Lazarett Weimar“

15.10.1944 Arbeitskommando 71 DAW Tischlerei, SS-Betrieb

8.3.1945 Arbeitskommando 45 „SS-Lazarett Weimar“

Das Ende von Buchenwald

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

6.4. 1945 von den ca. 6000 Juden im Lager, können etwa 3000 versteckt werden; 3105 Juden werden im Lager zusammengetrieben, in den Werkshallen der DAW (Deutsche Ausrüstungswerke) eingesperrt und Richtung Flossenburg in Marsch gesetzt

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca. 7000 Häftlingen

10.4.1945 9.280 Insassen haben an diesem Tag Buchenwald in zwei Kolonnen verlassen. Die SS kündigt für den folgenden Tag die vollständige Räumung des Lagers an.

Evakuierung des KL Buchenwald in Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

11.4.1945 Befreiung durch das 37. Panzerbataillon der 4. US-Panzerdivision

7.5.1945 Entlassung von Aron Blumenfeld aus Buchenwald durch Beschluss einer alliierten Kommission

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

27.2.1943 Räumung des Arbeitseinsatzlagers Gut Winkel; Verbringung der Inhaftierten ins Sammellager nach Berlin, Große Hamburger Straße

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:

„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“

2.3.1943 Ehefrau Etla auf dem 32. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

30.10.1944 Etel Blumenfeld von Auschwitz nach Flossenbürg, Außenlager Willischthal

In Willischthal ist nur ein Todesfall dokumentiert wegen verweigerter Blinddarm-Operation.

13.4.1945 Transport der Frauen aus Willischthal nach Theresienstadt

Tod von Etla Blumenfeld 1944 oder 1945

Nachkriegszeit

3.1.1946-27.5.1947 in Frankfurt

9.4.1946 im DP Center Frankfurt

1947 Emigration mit der zweiten Frau Lotti nach Melbourne

1991 Tod Aron Blumenfeld in Melbourne

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5179990

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/11208471

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/71068229

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/11058054

https://victims.auschwitz.org/victims

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1037104

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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