Hirsch Rudolf

Rudolf Hirsch

*5.10.1908 in Cochem; + November 1983 in Rochester, USA

Vater Wilhelm Hirsch *3.9.1865 in Beilstein; Kaufmann; +15.2.1919 in Cochem

Mutter Clara Hahn *1879 in Heilbronn; +12.9.1955 in Johannesburg

Geschwister

Erich Hirsch *15.11.1905 in Cochem; + in Argentinien

Adressen Recklinghausen, Königswall 7 ; Köln, Kardinalstr. 9;

Weitere Lebensdaten

23.11.1932 Zuzug nach Recklinghausen, wohnt zur Miete bei Schlieker, Königswall 7

Anstellung als Geschäftsführer vermutlich im Möbelgeschäft des Leib Berger auf dem Königswall; der 1930 zur Unterstützung des Vaters nach Recklinghausen gekommenene Ephraim Berger wollte wieder nach Stettin zurück.

Der Bruder Erich Nathan Hirsch war 1935 als Siedler auf dem Gut Groß-Gaglow gemeldet. Die Geschichte des Gutes nahm ihren Anfang 1930. Damals kaufte eine eine nichtzionistische Gruppe von mehrheitlich Mitgliedern des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten über die von ihnen gegründete Jüdische Landarbeit GmbH ein Rittergut in Groß Gaglow, um es in 29 Parzellen aufzuteilen. Durch Landwirtschaft und Obstbau sollten jüdische Familien sich eine neue Existenz aufbauen können. Bereits 1932 war eine Bombe explodiert. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verstärkten sich die Anfeindungen noch. Im Mai 1935, noch bevor die einzelnen Siedler im Grundbuch eingetragen werden konnten, wurden sie aus dem Ort vertrieben. Die Flächen wurden der Jüdischen Landarbeit GmbH 1935 von der NSDAP entzogen und auf eine deutsche „Gemeinnützige Siedlungs- Treuhandgesellschaft“ übertragen.

19.11.1935 abgemeldet auf Reisen

+ November 1983 in Rochester, USA

Quellen

https://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Ruhrfestspiele_Kultur/Gedenkbuch/_Opferbuch_selfdb.asp?form=detail&db=545&id=274

Georg Möllers / Jürgen Pohl: Abgemeldet nach „unbekannt“ 1942, Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga, hrsg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Recklinghausen, Klartext Verlag, Essen 2013.
Willi Hagemann, Höhere Mädchenbildung und jüdische Schülerinnen in Recklinghausen von 1866 bis 1938/39, in: Vestische Zeitschrift 90/91 (1991/92), hg. v. Werner Burghardt, S. 231-244, S. 234

Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest, Gedenkbuch 1983

Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945

https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?sfrom=1214&s=2460&id=6272&buchstabe=H

1939 Register von England und Wales; RG101/0832B/010/11¸

1939 Register von England und Wales RG101/2363F/006/21

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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