Ostwald Max

Max Ostwald auf Altgriechisch zu seinen Söhnen am 2.12.1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen

ἔσσεται ἧμαρ ὅτ’ ἄν ποτ’ ὀλώλῃ Ἴλιος ἱρὴ.

Einst wird kommen der Tag, da die heilige Ilios hinsinkt.

Prophezeihung des trojanischen Helden Hector beim Abschied seiner Frau Andromache; Homer, IliasVI, 448 f.

Ostwald Max

*6.6.1884 in Sichtigvor, Mülheim, Warstein; + 7.9.1943 Theresienstadt

Gymnasium Petrinum Nr. 2987, von Ostern 1898 III a bis Abitur 1903

Wohnt bei Rose in Wanne, 1899-1900 bei Tannenbaum, ab 1900 wieder Wanne Rose bei Wwe. Friedenberg, 1902-1903 bei Schwager in Wanne

„Judenhaus“, Geburtshaus von Max Ostwald in Sichtigvor; rechts im Bild; mittig der Stall der im Novemberpogrom von der SA niedergebrannt wurde

Vater Markus Ostwald *15.10.1842, Kaufmann in Sichtigvor; +22.11.1914

Max Ostwald mit Ehefrau Hedwig, den Söhnen Martin und Ernst sowie Großmutter Philippine 1933

Mutter Philippine Bachmann *29.1.1849, + 17.10.1934 Sichtigvor, Warstein

Geschwister

Johanna Ostwald *2.8.1874; oo Rose +1943 Theresienstadt

Rosa Ostwald *4.10.1881 in Dortmund; oo Heinrich Neukircher; Köln, Theresienstadt + 22.9.1942 Treblinka

Emma Ostwald *29.3.1882; oo Klein, +1943 Theresienstadt (TBC)

Heirat 19.12.1920, Ehefrau Hedwig Strauss *27. 11. 1889 in Dortmund;+ 1944 Auschwitz

Martin, Hedwig, Max, Ernst Levy Ostwald

Kinder

Martin Ostwald *15.1.1922 in Dortmund, +10.4.2010 in Swarthmore, Pennsylvania

Ernst Levy Ostwald *15.3.1923 in Dortmund, +1.5. 1967

Ausbildung

Jurastudium in München, Bonn (ab 1904) und Münster

4.9.1906 erstes Staatsexamen beim OLG Hamm

Referendar in Borbeck, Dortmund, Düsseldorf; Anwaltskanzleien in Bochum; Amtsgericht Münster

1910 Promotion in Heidelberg

9.6.1911: 2. Staatsexamen; Ernennung zum Gerichtsassessor

Beruf Rechtsanwalt, Dr. jur.

1911 Zulassung als Rechtsanwalt in Gelsenkirchen mit Wohnsitz in Wanne zugelassen

Veräußerung seiner Kanzlei in Gelsenkirchen

Anwaltsstellvertretung in Duisburg

3.1.1919 Zulassung als Rechtsanwalt in Dortmund, Kanzlei  Ostenhellweg 28

29.6.1925 Anerkennung als Notar

1929 Rechtsanwalt in Dortmund

24.6.1933 Entzug des Notariats

30.11.1938 Entzug der Rechtsanwaltszulassung

Ab 1939 Rechtskonsulent in Bielefeld

Adressen Dortmund; Kampstr.18; Bielefeld, zuletzt „Judenhaus“ Lützowstr.10

Weitere Lebensdaten

1914 Freiwilliger im 1.WK; Sanitätshundeführer beim „Königin Augusta Garde Grenadier-Regiment“ mit eigenem abgerichteten Schäferhund

1915 Kriegsuntauglich wegen Handverletzung

März 1920 beim Kapp-Putsch in der Einwohnerwehr der Stadt Dortmund gegen Spartakisten aktiv

10.11.1938 im Novemberpogrom in der Steinwache inhaftiert, zusammen mit beiden Söhnen

29.11.-15.12.1938 „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen

2. 12.1938 beide Söhne aus Sachsenhausen entlassen, da die Mutter sie für eine Emigration geplant hatte. Max Ostwald zitiert beim Abschied auf Altgriechisch aus Homers berühmten Versepos „Ilias“ die Prophezeihung des trojanischen Helden Hector beim Abschied seiner Frau Andromache; Homer, IliasVI, 448 f.

2./3.10.1939 umgemeldet von Dortmund nach Bielefeld

Jan. 1940 – Juli 1942 Bezirkstellenleiter der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD für Westfalen in Bielefeld

2.9.1940 Zwangsumzug ins „Judenhaus“, Bielefeld, Lützowstr.10

1941 in Verhandlungen zur Aufhebung jüd. Friedhöfe z.B. Castrop, Lüdinghausen eingebunden

29.7.1942 mit Ehefrau Hedwig aus der  Wohnung geholt; bis 13 Uhr zur Sammelstelle in Bielefeld in der Eintracht, Grosser Saal, Ritterstr. 37 gebracht

Transportliste Theresienstadt

1.8.1942 Bielefeld-> Theresienstadt, Transport XI/1, Nr. 394, Ehefrau Hedwig Nr. 395

7.9.1943 Tod in Theresienstadt

Quellen

Jan Henning Peters, Jüdische Schüler am Gymnasium Petrinum in Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd 88/89, 1989/1990

https://www.anodo.de/wp-content/uploads/2013/02/Das-Schicksal-der-j%C3%BCdischen-Rechtsanw%C3%A4lte.pdf

„Memoirs of Martin Ostwald“ Swarthmore-Philadelphia 1989, Privatdruck

https://collections.arolsen-archives.org/archive/5109622/?p=1&s=Ostwald%20Max&doc_id=5109622

https://www.statistik-des-holocaust.de/XI1-20.jpg

Georg Möllers, Mit den besten Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft“ Teil II, Petrinum, 2014

Bildquelle http://www.heimatverein.sichtigvor.de/

Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Opferdatenbank Holocaust.cz

Meyer Beate, Tödliche Gratwanderung, Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Band XVII, Göttingen 2011

Archiv der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, Jüdische Studierende in Bonn 1818 – 1918

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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