Behrendt Margarete

Margarete Behrendt geb. Luis

*26.7.1898 in Magdeburg; Überlebende von AEL Nordmark

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Siegmund Luis * in Hamburg, Kaufmann

Mutter Henriette Friederike Schütze

Geschwister

Leo Luis *29.9.1883 in Magdeburg; Dortmund, Arneckestraße 88;

Sohn Ernst Luis *1.11.1902 in Dortmund; Dortmund Klosterstraße 12; oo Marie Petrusch *14.11.1906

Enkel Reginald *19.11.1939, Ralf *27.5.1931 und Liane Luis *31.12.1932

Olga Luis *1886 in Magdeburg; +1888 in Magdeburg

Minna Luis *13.11.1889 in Magdeburg, Dortmund, Arneckestraße 88

Hans Luis +? In Hannover; Adresse wie Helene: Dortmund, Auf dem Berge 10;

Transportliste Dortmund-> Riga

Helene Luis *7.6.1891 in Magdeburg; Verkäuferin; Dortmund, Auf dem Berge 10; 27.1.1942 Dortmund->Riga

Elisabeth Luis *27.10.1892 in Magdeburg; Leipzig

Beruf „Arbeiter“, Näherin

Adressen Berlin-Steglitz, Albrechtstraße 28 a

Heirat Hans Behrendt *8.1.1895 in Berlin; Architekt; +22.12.1944 in Libau

Weiterer Lebensweg

April 1905-1909 Volkschule

1909 -1917 Realschule und Gymnasium

1918-1924 Telefonistin

1924 Heirat, nicht berufstätig

25.1.1942 Deportation 10. Osttransport Berlin-> Riga

30.1.1942 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Mitte 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

30.9.1944 Zwangsarbeiter des ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

1.10.1944 Ankunft Libau, SS-Sonderlager in Lettland, Arbeit im Hafen

22.12. 1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

22.12.1944 Tod des Ehemannes Hans  in Libau

31.12.1944 Begräbnis des Ehemannes Hans  in Libau

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945  IRC-Recreation-Camp, Holsbybrunn Lidingo Schweden

Evtl. ab 12/1945 bis Febr.1946 in Rydsbrunn

8.2.1946 in Eskilstuna Intagsgatan 18 A gemeldet

Bei Regia Damenkonfektion als Näherin

5.2.1947 Umzug in Eskilstuna, Tegelbruksgatan 4,  c/o Lange

9.9.1947 Antrag für 2 Tage nach Stockholm zu reisen wird genehmigt

Margarete Behrendt sucht über den Suchdienst des World Jewish Congress (WJC) in Stockholm

11 Angehörige der Familien Luis und Behrendt in Dortmund, Berlin, Magdeburg  

bis auf Helene Luis (+ in Riga) alle verschollen.

Außerdem die befreundete Nachbarfamilie  Egon und Marta Herz aus Stettin mit Sohn Hans-Joachim *7.3.1921, die im selben Haus Berlin-Steglitz, Albrechtstraße 28 a wohnte und

Franz Schier aus Gotha

Keine weiteren Daten

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/archive/11222298/?p=1&s=Behrendt%20Hans&doc_id=11222298

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=11471790&ind=1

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nazionalsozialismus, Freie Universität Berlin, Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung, Edition Hentrich, Berlin 1995 (Memorial Book of the Jewish victims of National Socialism in Berlin, Free University of Berlin)

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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