Oppenheim Hanni

Hanni Irene Oppenheim

*24.5.1922 in Ansbach

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Moritz Oppenheim *29.5.1885 in Rödelsee; oo19.8.1919; Tod in Riga

Mutter Sofie Frank *20.8.1884 in Edelfingen; Tod in Riga

Großmutter Mina Frank *22.4.1857 in Jochsberg; oo Moses Frank; +12.8.1942 bei Ulm

Hanni vorne 2. v. re, Ilse Oppenheim hinten 2. v. re  1938 in Ansbach

Schwester

Ilse Oppenheim *9.12.1920 in Ansbach +22.12.1944 in Libau

Beruf Näherin; Maniküre

Adressen Ansbach, Maximilianstraße 20; New York; San Francisco; Chicago; Miami; San Diego

Heirat am 23.7.1948 Hugh Joseph de Verteuil *15.5.1917

Kinder

Michelle de Verteuil *7.7.1953

Patricia de Verteuil *8.6.1956

Weiterer Lebensweg

April 1927 8 Jahre Volksschule und 2 Jahre Handelsschule

15.5.1938 Ilse nach Neckarsteinach

9./10.11.1938 Vater Moritz im Novemberpogrom verhaftet

14.12.1938 Hanni nach Stuttgart

20.12.1938 Zwangsumzug der Eltern und Großmutter Mina ebenfalls nach Stuttgart  wegen des

1938 Beschluss des Stadtrates Ansbach ab dem 1.1.1939 „judenfrei“

Umzug nach Buttenhausen

27.11.1941 Verhaftung in Buttenhausen oder Stuttgart

26.11.1941 Beginn der Internierung in den Ausstellungshallen auf dem Killesberg Stuttgart

1.12.1941 Transport vom Inneren Nordbahnhof Stuttgart nach Riga

4.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Lager Jungfernhof

2.12.1941 Ankunft des zweiten Deportationszug aus dem Reich in Riga ein – mit 1.008 Menschen aus Nürnberg/Franken, davon 46 aus Bayreuth; Fußmarsch ins Lager Jungfernhof

10.1.1942 200 junge Frauen aus Jungfernhof -> Ghetto Riga als Arbeitskräfte, wohl mit Schwester Ilse

Bis Juli 1942 Torfstechen in Außenkommando (Skrunda?)

Mitte 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 als Näherin im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

29.9.- 3.10.1944 140 Zwangsarbeiter ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

13.-14.10. 1944 Die letzten 50 Männer, 10 junge Frauen mit der „Drechtdijk“ auch „Drächtig“ nach Libau

SS-Sonderlager Libau in Lettland, Arbeit im Hafen, Be- und Entladen von Schiffen

22.10.1944 Fliegerangriff auf Libau mit zwei Toten unter den Häftlingen

22.12.1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um, darunter die Schwester Ilse

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945 IRC-Recreation-Camp, Holsbybrunn Lidingo Schweden

17.-28.11.1945 auf der „Stavangerfjord“ vom norwegischen Oslo aus nach New York

Heirat 1948 in New York

3.1.1952 Abschluss der Ausbildung für Maniküre

Ehepaar Verteuil wohnt in Chicago

12.4.1954 US-Einbürgerung

Gedenken

Juli 2018 Stolpersteine in Ansbach für Mina Frank,  Sofie, Moritz, Ilse und Irene Oppenheim

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1000525

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de941084

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de941042

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7032); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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