Aufrecht Hans

Hans Aufrecht

*12.21899 in Loslau; +1945 in Lauenburg

Foto Yad Vashem

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Siegfried Aufrecht *1858

Mutter Marie Laband

Geschwister

Georg Aufrecht *30.8.1885; + 1941

Otto Aufrecht *9.9.1886; Jurist; + 1945

Margarete Regina Aufrecht *7.8.1888; +2/1977 in Chicago

Beruf Arzt, Dr. med. Facharzt Innere Medizin

Adressen Loslau; Magdeburg, Otto-Guericke-Straße 104; Köln, Frankfurt

Heirat Oktober 1929 in Magdeburg Ilse Rothgießer*9.10.1901 in Breslau

Kinder

Weiterer Lebensweg

1909 Oberschule in Breslau

1917 Abitur

1917 Teilnehmer 1. WK

August 1918 Verwundung in der Marne Schlacht

1919 -1924 Studium der Medizin in München und Breslau

Volontärarzt am Städt. Krankenhaus Hamburg

1.10.1926 Approbation

24.11.1926 Promotion

1.4.1927 Krankenhaus Magdeburg-Sudenburg

Januar 1930 Praxis für Innere Medizin

30.9.1938 Entzug der Approbation

9./10.11.1933 im Pogrom Verwüstung der Praxis, Polizeigefängnis Magdeburg

21.11.1938 Entlassung aus „Schutzhaft“ im KL Buchenwald

6.5.1939 abgemeldet aus Magdeburg, zunächst Köln, dann Rothschild- Krankenhaus Frankfurt Gagernstraße

7.12.1941 Transport Köln-Deutz nach Skirotawa, Riga mit der Ehefrau

10.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Stellt die Listen für die Salaspils-Kommandos zusammen

Einrichtung des Zentrallazaretts an der Leipziger Straße.

Teilt die Sanitäter zur Dünamunde Aktion ein, u.a. Nathan Michel, Juliane Wolf

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 nimmt Eduard Roschmann „seine“ jüdischen Funktionäre mit nach Lenta ( Dr. Hans Aufrecht, Max Leiser, Herbert Schultz, Josef Levy) und schickt die Leute von Schwerwitz ins KL Kaiserwald (Dr. Caspary, Ordnungsdienst)

Dr. Aufrecht wird neuer Leiter der Krankenstation der Lenta:

„Als er ankam, flohen alle Kranken aus ihren Betten“ (Werner Sauer)

Er lässt den jungen Patienten Servos, um den Dr. Caspary zwei Monate kämpfte, nach Kaiserwald bringen, dort mit Phenol-Injektion getötet.

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

1.10.1944 Ankunft Stutthof

Jan 1944 Todesmarsch ab Stutthoff, Ilse Aufrecht kommt dabei um. Der Schmerz dieser Nachricht lässt Aufrecht schreiend herumrennen und er wird in der Folge, nach der Befreiung von einem jungen Rotarmisten  in Lauenburg erschossen.

Gedenken

Stolpersteine für das Ehepaar Aufrecht in Magdeburg

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

https://www.magdeburg-kongress.de/media/custom/37_9269_1.PDF?1364974473

Max Kaufmann, Churbn Lettland, 1946

https://www.yumpu.com/en/document/read/20265283/small-riga-ghetto

https://www.juedische-pflegegeschichte.de/das-hospital-der-georgine-sara-von-rothschildschen-stiftung-1870-1941-teil-5/?print=pdf

Anita Kugler, Scherwitz – Der Jüdische SS-Offizier, 2017

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/5451438/?p=1&doc_id=5451447

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1008111

Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017 S. 38 und 63

Sauer Werner, Mensch unter Menschen, Archiv Yad Vashem 033/4126

Buch der Erinnerung: Die ins Baltikum deportierten deutschen… Juden, 2001

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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